Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-edge-preview-version-von-chromium-edge-kann-ausprobiert-werden-1904-140557.html    Veröffentlicht: 09.04.2019 10:35    Kurz-URL: https://glm.io/140557

Microsoft Edge

Preview-Version von Chromium-Edge kann ausprobiert werden

Microsoft baut schon einige Zeit an einer auf Chromium basierenden Variante des Edge-Browsers. Nutzers können erstmalig eine Version kostenlos ausprobieren. Der Browser ähnelt dem Vorbild Chrome sehr und wird einige Vorteile übernehmen.

Microsoft hat eine erste Previewversion seines auf Chromium basierenden neuen Edge-Browsers vorgestellt. Auf einer entsprechenden Webseite können Nutzer das Programm herunterladen und ausprobieren - allerdings nur für Windows 10 selbst. Bald sollen aber Versionen für Apples MacOS, Windows 7 und Windows 8 erscheinen. Da der neue Edge-Browser auf dem Open-Source-Projekt Chromium basiert, könnte er in absehbarer Zeit auch für Linux-Systeme erscheinen.

Ebenfalls von Vorteil könnte die neue Engine sein, wenn es um Browsererweiterungen geht. Für Googles beliebten Browser Chrome entwickelte Applikationen sollten auch bei Microsoft Edge funktionieren. Das wurde bisher als einer der Nachteile gegenüber Konkurrenzprodukten angesehen. Chromium unterstützt zudem aktuelle Webstandards wie V8-Javascript und Googles Blink-Browser-Engine, die für das Umsetzen von Code in lesbare Webseiten zuständig ist. Dadurch sehen Webseiten im neuen Edge-Browser der Darstellung in Googles Chrome sehr ähnlich.

Fast wie Chrome, nur anders

Trotzdem identifiziert sich der Browser bei Webservern nicht als Chrome-Version, sondern weiterhin als Microsoft Edge, auch wenn die Versionsnummer momentan noch in Form von "Edg/74.1.96.14" den Vorserienstatus des Browsers suggeriert, wie das IT-Magazin Ars Technica festgestellt hat. Das ermöglicht Webseitenbetreibern, zwischen verschiedenen Zugriffen von unterschiedlichen Plattformen zu unterscheiden.

Die Chromium-Version von Edge wird Microsoft einige Arbeit ersparen, da Entwickler die zuvor genutzte EdgeHTML-Engine nicht mehr den gängigen Standards und dem Verhalten des marktführenden Browsers Chrome anpassen müssen. Wichtig ist dem Unternehmen auch, dass künftig ARM64-Systeme mit dem Browser kompatibel sind. Eventuell kann Microsoft mit Edge auch wieder etwas Marktanteil zurückholen, wenn Edge einfach nur eine Version von Chrome ist, die fast identisch funktioniert und leicht anders aussieht.  (on)


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