Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutscher-computerspielpreis-games-gala-live-im-stream-erleben-1904-140548.html    Veröffentlicht: 09.04.2019 14:40    Kurz-URL: https://glm.io/140548

Deutscher Computerspielpreis

Trüberbrook ist das beste Deutsche Spiel

Das Adventure Trüberbrook hat in der Hauptkategorie des Deutschen Computerspielpreises gewonnen, God of War ist das beste Internationale Spiel. Die Preisveranstaltung haben viele Zuschauer als Fremdschäm-Festival erlebt, wichtigstes Thema war das Kleid von Dorothee Bär.

"Geht raus!": Der Aufforderung von Moderation Ina Müller am Ende der Gala wäre ein Großteil des Publikums bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises wohl allzu gerne ein paar Stunden früher gefolgt - allerdings ging es Müller in dem Moment nur noch darum, den Saal zügig für Fotos zu leeren.

Viele Zuschauer haben die Moderation vor allem als Abfolge von Peinlichkeiten mit Fäkalwitzchen, plumpen Klischees über Gamer und verbalen Übergriffen durch Ina Müller erlebt. Ärgerlich auch, dass kaum ein Gewinner bei der Siegerehrung mal wenigstens kurz frei reden durfte, ohne unterbrochen zu werden. Lustig wurde es primär dann, wenn Politiker in ihren Reden über den jeweiligen Gegner herzogen - nur hatte das dann so gut wie nie mit Games zu tun.

Und so war es kein richtig krönender Abschluss, als schließlich der Gewinner in der wichtigsten Kategorie Bestes Deutsches Spiel verkündet wurde: Sieger ist das in der deutschen Provinz angesiedelte Adventure Trüberbrook, das bei Bildundtonfabrik in Köln und Berlin entstanden ist - und dessen Entwickler einen als Förderung für künftige Projekte gedachten Scheck in Höhe von 110.000 Euro entgegennehmen durften.

Trüberbrook als Preisträger hatte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär bekanntgegeben, deren extrem figurbetontes Kleid (Bild auf Twitter) das wohl wichtigste Thema in einer Veranstaltung war, in der kaum jemand wirklich an Games interessiert zu sein schien.

Ein uneingeschränkt strahlender Gewinner wäre Trüberbrook aber auch ohne das Festival des Fremdschämens zuvor kaum gewesen, dafür hat das Spiel zu viele durchwachsene Kritiken (Test auf Golem.de) und zu mäßige Nutzerbewertungen etwa auf Steam erhalten. Immerhin, in den kommenden Jahren dürfte die Branche dank der von Minister Andreas Scheuer im Rahmen der Preisverleihung angekündigten 50-Millionen-Euro-Förderung verstärkt in Qualität investieren können.

Zum Besten Internationalen Spiel wurde God of War von der Jury gekürt - Geld gab es für das Actionspiel allerdings keines. Chefentwickler Cory Barlog hat die Auszeichnung nicht persönlich entgegengenommen, sich aber per Videobotschaft bedankt. Den ebenfalls nicht dotierten Publikumspreis hat CD Projekt Red für das Rollenspiel Thronebreaker: The Witcher Tales erhalten.

Zum Besten Jungendspiel hat die Jury das von Backwoods Entertainment und Application Systems Heidelberg produzierte Adventure Unforeseen Incidents gewählt, das Beste Kinderspiel ist Laika von Mad About Pandas. Das nach Auffassung der Jury Beste Mobile Game ist See/Saw von Kamibox - Minister Andreas Scheuer bekannte, dass er den Actiontitel am Nachmittag ausprobiert habe und "mehrfach blutig gescheitert" sei.

Das Beste Serious Game ist das im Berlin der Zukunft angesiedelte State of Mind von Daedalic Entertainment. Den Preis für die Beste Inszenierung - und damit weitere 40.000 Euro - hat ebenfalls Trüberbrook gewonnen. Das Beste Gamedesign bietet das von VR-Nerds entwickelte Tower Tag, ein Virtual-Reality-Shooter, in dem Spieler mit Headset und großen Plastikpistolen um den Sieg kämpfen.

Den Sonderpreis der Jury gab es für das Indiegames-Festival A Maze, als Beste Innovation wurde Bcon ausgezeichnet - ein am Fuß zu befestigender Sensor, der als Ergänzung für die Steuerung per Maus und Tastatur gedacht ist. Das Beste Konzept im Bereich Nachwuchspreis hat ein Team von der HTW Berlin mit Elisabeth abgeliefert. Der Beste Prototyp stammt von der Filmakademie Baden-Württemberg und heißt A Juggler's Tale.

Außerdem gab es weitere nicht dotierte Preise für internationale Großproduktionen. Die Beste Spielewelt bietet Red Dead Redemption 2, und das Beste Multiplayergame hat Super Smash Bros. Ultimate.

 (ps)


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