Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/betrug-austauschstudenten-prellen-apple-mit-falschen-iphones-1904-140533.html    Veröffentlicht: 08.04.2019 11:41    Kurz-URL: https://glm.io/140533

Betrug

Austauschstudenten prellen Apple mit falschen iPhones

Offenbar hat Apples Reparaturdienst Probleme, echte von gefälschten iPhones zu unterscheiden: Zwei chinesische Austauschstudenten haben das Unternehmen um fast 900.000 US-Dollar geprellt, indem sie gefälschte iPhones eingeschickt haben - und oft ein echtes als Ersatz bekamen.

Die chinesischen Austauschstudenten Zhou Yangyang und Jiang Quan müssen sich im US-Bundesstaat wegen Betrugs vor Gericht verantworten. Die Anklage beschreibt ein recht dreistes und offenbar sehr erfolgreiches Schema: Die beiden Männer sollen reihenweise gefälschte iPhones als defekt an Apple geschickt und im Austausch oft echte Geräte erhalten haben, wie die Tageszeitung The Oregonian berichtet.

Dem Plan liegt die Tatsache zugrunde, dass Apple häufig seinen Kunden defekte Geräte durch neue iPhones ersetzt. Den Gerichtsakten zufolge hat Jiang alleine 3.069 Reparaturgesuche an Apple gestellt, wovon Apple eigenen Einschätzungen zufolge 1.493 ausgeführt habe. Der dadurch entstandene Schaden beläuft sich auf fast 900.000 US-Dollar.

Die anderen Geräte wurden als Fälschungen erkannt und eine Reparatur oder ein Ersatz entsprechend abgelehnt. In den anderen Fällen soll den Technikern die Zeit gefehlt haben, die eingesandten Geräte, die sich nicht anschalten ließen, direkt als gefälschte iPhones zu erkennen. Die beiden Studenten haben womöglich auf diesen Zeitmangel spekuliert - und dass sie einfach ein neues Gerät zugesandt bekommen.

Netz aus Mittelmännern

Die Fälschungen wurden Jiang und Zhou von Mittelsmännern aus China zugeschickt, unter anderem von Jiangs Mutter, die dafür bezahlt wurden. Die Reparatureinsendungen veranlassten die beiden entweder persönlich in einem Apple Store oder per Postzusendung unter verschiedenen Namen und Adressen im US-Bundesstaat Oregon. Die originalen iPhones sollen die beiden Männer nach China geschickt haben, wo sie verkauft worden sein sollen.

Den Anwälten der beiden Chinesen zufolge sollen die beiden Beschuldigten nicht gewusst haben, dass es sich um gefälschte iPhones gehandelt habe. Die US-Behörden sind durch eine abgefangene Sendung mit iPhones auf den Betrug aufmerksam geworden.

 (tk)


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