Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hololens-beim-us-militaer-fast-wie-eine-echtwelt-version-von-call-of-duty-1904-140513.html    Veröffentlicht: 07.04.2019 10:59    Kurz-URL: https://glm.io/140513

Hololens beim US-Militär

"Fast wie eine Echtwelt-Version von Call of Duty"

Der US-Sender CNBC konnte sich das IVAS bei der US Army anschauen. Dieses basiert auf der zweiten Hololens-Generation. Die Einblendungen, samt Kompass, strategischer Karte und sogar Zielhilfe, erinnern an First-Person-Shooter. Das Projekt ist allerdings wohl noch nicht praktikabel genug.

Der US-Nachrichtensender CNBC konnte das Integrated Visual Augmentation System, kurz IVAS, bereits ausprobieren. Die US Army entwickelt zusammen mit Microsoft das auf dem Kopf tragbare Augmented-Reality-Headset, das offensichtlich nicht auf der ersten Version von Hololens, sondern der leichteren, zweiten Generation mit einem zusätzlich besseren Sichtfeld basiert. Auf der Rückseite des Gerätes sind ein kleiner Computer und ein Akku verbaut.

Als CNBC-Reporter Kyle Walsh das Produkt aufsetzen durfte, hat er sich direkt an "eine Echtwelt-Version von Call of Duty" erinnert. Das Headset blendet eine strategische Karte des Sektors ein, wenn auf den Boden geschaut wird. Außerdem sehen Träger am oberen Rand der Displays eine 3D-Version eines Kompasses mit Richtungsanzeige in Grad. "Wenn das bekannt klingt, könnten Sie ein Gamer sein", sagt Walsh. Ego-Shooter wie Counter Strike: Global Offensive, PUBG und eben auch Call of Duty zeigen solche Informationen an.

Reflexvisier und Thermalsicht in einem

Neben diesen Informationen kann IVAS zudem bei Dunkelheit Personen hervorheben, wie ein standardmäßiges Thermalsichtgerät. Das AR-Headset soll aber nicht so stark grün leuchten - für potenzielle Feinde ein Indikator, wo sich ihr Gegner befindet. Die modifizierte Hololens 2 hat dazu eine nach vorn gerichtete Kamera. Das Headset zeigt zudem eine Zieloptik an, als Ersatz für holografische oder Reflexvisiere. Dadurch können Soldaten mit aufgesetzter Brille anvisieren.

"Es ist nicht nur für Kampfeinsätze gedacht", sagt Ryan McCarthy, Under Secretary der US Army, dem Sender. Ausbilder sollen Statistiken und Daten über Soldaten während des Trainings sammeln und ihre Zielgenauigkeit erhöhen können. Das System soll auch den Herzschlag auslesen. In Trainingssituationen, etwa beim Erstürmen eines Gebäudes mit virtuell eingeblendeten Gegnern, zeichnet IVAS auf, wo Soldaten im Szenario zuerst hingeschaut haben.

Auf den Bildern, die CNBC aufnehmen durfte, wird aber klar: IVAS ist selbst auf der Hololens-2-Plattform zu klobig für das Tragen eines Helmes und damit von Standardausrüstung. Zudem ist sie bisher noch nicht wirklich ausgereift und musste während der Demonstration neu gestartet werden.

Dann bleibt abzuwarten, wie Microsoft auf die anhaltenden Proteste der eigenen Mitarbeiter gegen das Militärprojekt reagiert.  (on)


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