Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/retter-in-der-not-internet-archive-laedt-teile-verlorener-myspace-musik-hoch-1904-140465.html    Veröffentlicht: 04.04.2019 16:23    Kurz-URL: https://glm.io/140465

Retter in der Not

Internet Archive lädt Teile verlorener Myspace-Musik hoch

Ein Teil der verlorenen Myspace-Daten ist wiederaufgetaucht: fast eine halbe Million Songs aus zwei Jahren. Erst kürzlich musste das Unternehmen zugeben, während eines Serverumzugs aufgrund eines fehlenden Backups Musik, Fotos und Videos aus den ersten 13 Jahren seiner Existenz verloren zu haben.

Das Internet Archive hat Zugriff auf einen Teil der von Myspace verlorenen Musikdateien und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Konkret handelt es sich um fast eine halbe Million Lieder, die zwischen 2008 und 2010 auf das soziale Netzwerk geladen wurden.

Myspace hatte Mitte März 2019 zugeben müssen, Musikdateien, Fotos und Videos seiner Nutzer verloren zu haben. Vor einem Serverumzug wurde offenbar kein Backup angelegt, weshalb zahlreiche Daten, die vor 2016 hochgeladen wurden, verloren gegangen seien. Betroffen ist die Zeit ab der Gründung von Myspace im Jahr 2003 - also 13 Jahre.

Das Internet Archive hat nach Angaben der Webseite Ghacks.net ungefähr 1,3 Terabyte an Daten hochgeladen, das Archiv kann auf Archive.org durchsucht werden. Die Daten der insgesamt 144 Zip-Dateien selbst geben aber keinen Hinweis auf die Urheber oder den Liednamen.

Webtool hilft bei der Suche

Daher hat das Internet Archive ein Online-Werkzeug namens Hobbit erstellt, das den gewaltigen Datensatz nach Schlagwörtern durchsucht, um bestimmte Stücke oder Interpreten leichter zu finden. Die Lieder lassen sich auch direkt abspielen, bei geschütztem Material handelt es sich aber häufig nur um Clips und nicht um komplette Lieder.

Nach der Verlustmeldung durch Myspace vermutete Andy Baio, ehemaliger Technikchef von Kickstarter und Mitbegründer des Crowdfunding-Dienstes, dass der Verlust nicht unabsichtlich geschehen sei. Stattdessen soll er wegen der Unterhaltskosten für die Server absichtlich herbeigeführt worden sein - beweisen lässt sich diese These allerdings nicht.  (tk)


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