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SX14 und A12

Trekstor bringt echte Vaio-Notebooks zurück nach Europa

Notebooks des von Sony ausgegründeten Unternehmens Vaio können wieder in Europa gekauft werden. Die ersten Notebooks sehen vielversprechend aus, es sind leichte High-End-Geräte, die an alte Vaio-Zeiten erinnern. Wie damals wird es jedoch teuer. Dafür gibt es aber sogar VGA und RJ45.

Die ursprünglich von Sony entwickelte Vaio-Notebook-Serie ist wieder da. Angekündigt wurde das aber nicht von Sony - die Marke wurde bereits 2014 ausgegründet-, sondern von Trekstor. Die Marke ist hierzulande eher als Billigheimer im PC-Bereich und allerhand Zubehör bekannt. Die ersten beiden Vaio-Modelle sprechen aber dafür, dass die Vaio-Sparte hierzulande im hochwertigen Segment zu finden sein wird. Das gilt für die Ausstattung, aber auch für die Preise. Die sind - wie früher - recht hoch.

Den Anfang machen zwei Geräte mit den Namen A12 und SX14. Das A12 ist dabei ein 2-in-1-Gerät, das auch als Tablet genutzt werden kann. Beim SX14 handelt es sich um ein klassisches Notebook.

Back to the roots

Gerade das SX14 knüpft an alte Vaio-Geräte an. Es ist ein ziemlich genau 1 kg wiegendes 14-Zoll-Notebook, wie aus dem Datenblatt herauszulesen ist. Die Ausstattung ist dabei ziemlich gut. Das fängt schon bei den Anschlüssen an, die es so in der Klasse kaum noch gibt. Ein VGA-Anschluss ist mittlerweile selbst bei Geschäftskundennotebooks äußerst selten. Der aufklappbare Gigabit-LAN-Anschluss dürfte Geschäftskunden ebenfalls erfreuen. Zusätzlich gibt es USB Typ C mit Power Delivery und Displayport, USB Typ A, einen SD-Kartenleser und einen Headset-Anschluss per Klinke. Außerdem ist ein Mobilfunkmodem Standard. Vaio nennt es ein global nutzbares LTE/4G-Modul mit insgesamt 24 unterstützten LTE-Bändern. Bei 3G sind es sieben Bänder. WLAN entsprechend dem Standard 802.11ac und Bluetooth sind ebenfalls integriert.

Die restliche Ausstattung lässt sich angeblich konfigurieren. Wer sich da durchklickt, merkt schnell, dass es eigentlich nur wenige Ausstattungsvarianten gibt. Das günstigste Gerät, für rund 2.000 Euro, bietet dabei ein entspiegeltes Full-HD-Display, einen Core i5-8265U mit vier Kernen, Hyperthreading und integrierter Grafikeinheit, 8 GByte RAM und eine 256 GByte fassende SSD (NVMe). Die beste Ausstattung kostet noch einmal 600 Euro mehr. Dafür gibt es doppelt so viel RAM und SSD-Kapazität. Der Prozessor ist dann ein Core i7-8565U, der noch einmal etwas mehr Takt und Cache bietet. Die Auflösung des Displays wird auf 4K-UHD, also 3.840 x 2.160 Pixel, erhöht.

Die Akkulaufzeit gibt Vaio mit 8,5 Stunden an. Obacht: Der Akku kann nicht vom Nutzer getauscht werden, was allerdings mittlerweile fast Industriestandard ist. Die Garantie setzt Vaio auf 24 Monate inklusive Abholservice fest. Wer will, kann diese Garantie um 12 oder 24 Monate erweitern, was 200 respektive 350 Euro kostet.

Beim SX14 ist ein Blick nach Japan interessant. Dort wird das Gerät von Sony vertrieben und kann sehr viel besser angepasst werden. Dort gibt es sowohl nach oben als auch nach unten mehr Optionen. Trekstor hat hier eine insgesamt gute Entscheidung getroffen. Das Vaio SX14 mit 4 GByte RAM und einer 128-GByte-SATA-SSD gibt es hierzulande zum Glück nicht. Dafür lässt sich das Gerät in Japan auf rund 140.000 Yen herunterkonfigurieren, was derzeit etwa 1.100 Euro entspricht.

Das A12 als modernes Tablet

2-in-1-Geräte unter der Marke Vaio gab es in Deutschland fast gar nicht. Zuletzt wurde auf der Ifa 2013 damals noch von Sony beispielsweise das Vaio Tap 11 vorgestellt. In dieser Zeit wurden die Tablets gerade populär. Das neue Vaio A12 geht ebenfalls in diese Richtung, wird von Trekstor aber als High-End-Gerät angeboten. Der Startpreis von 2.300 Euro zeigt das deutlich. Das 12,5-Zoll-Gerät bietet eine fast identische Ausstattung. Es gibt also auch bei diesem 2-in-1-Gerät beispielsweise eine VGA-Buchse, RJ45 und LTE. Unterschiede gibt es bei der Akkulaufzeit, die mit 7,5 Stunden angegeben wird, und beim Gewicht. Das Gesamtsystem wiegt 1.115 Gramm. Das teilt sich in 623 Gramm fürs Tablet und 492 Gramm für die Tastatur auf. Das Vaio A12 bietet zudem einen Stift, der 4.096 Druckstufen erlaubt. Das gibt es beim SX14 ebenfalls nicht. Die CPUs gehören der Y-Serie an, sind also schwächer als die des Vaio SX14. Sie bieten nur zwei Kerne samt Hyperthreading.

Für 2.800 Euro lässt sich analog zum SX14 die Ausstattung ebenfalls deutlich verbessern. Es gibt also doppelt so viel RAM und SSD-Kapazität und einen Core i7-8500Y statt eines i5-8200Y. Allerdings gibt es beim A12 kein Ultra-HD-Display.

Vaio war bekannt für mutige und teure Designentscheidungen

Die Vaio-Marke von Sony war seinerzeit für zwei Dinge bekannt: solide Hardware im unteren Preisbereich und mutige Entwicklungen im hochpreisigen Bereich. Gegen Sonys Ausstattung bei niedrigem Gewicht und gleichzeitig sehr hohen Preisen konnte die Konkurrenz seinerzeit nicht viel bieten. Wer sich die hohen Preise leisten konnte, bekam etwa mit der Vaio-Z-Serie sehr schöne Notebooks, die allerdings auch pfleglich zu behandeln waren.

Eines der letzten hierzulande verfügbaren High-End-Geräte der Z-Serie bot etwa eine externe Grafikkarte mit optischem Anschluss. Auch das letzte von Golem.de getestete Vaio-Gerät, das Vaio Pro, bot interessante Funktionen. Sony baute einen kleinen Router ins Netzteil ein. Einige Zeit später verschwand die Marke Vaio aus Deutschland.

Mit dem Rückzug aus Europa ging demnach durchaus ein wichtiger Konkurrent verloren. Es bleibt abzuwarten, ob die wiederbelebte europäische Vaio-Sparte diesen Platz füllen kann. Die ersten Notebooks haben jedoch auf jeden Fall schon einige Alleinstellungsmerkmale - und das nicht nur beim Preis.  (ase)


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