Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/pyur-tele-columbus-mit-hohem-verlust-und-kundenrueckgang-1903-140353.html    Veröffentlicht: 29.03.2019 15:09    Kurz-URL: https://glm.io/140353

Pyur

Tele Columbus mit hohem Verlust und Kundenrückgang

Das lineare Fernsehen verliert an Bedeutung, Tele Columbus schreibt hier 124,2 Millionen Euro ab. Doch die Vermarktung der Internetzugänge hat wieder begonnen.

Tele Columbus (Pyur) hat im vierten Quartal 2018 einen hohen Verlust ausgewiesen und verliert weiter Kunden. Das gab der drittgrößte Kabelnetzbetreiber Deutschlands am 29. März 2019 bekannt. Der Umsatz fiel leicht von 127,1 Millionen Euro auf 126,6 Millionen Euro.

Der Verlust stieg wegen einer Abschreibung von 10 Millionen Euro auf 137 Millionen Euro. "Wegen rückläufigen Branchentrends bei linearem Fernsehen" habe der Vorstand seine Bewertung angepasst und eine Abschreibung von 124,2 Millionen Euro vorgenommen.

Die Zahl der Kabelfernsehenhaushalte fiel erneut leicht von 2,3 auf 2,2 Millionen. Bei den Internetzugängen gab es einen Rückgang von 578.000 auf 574.000.

Die Anzahl der rückkanalfähig aufgerüsteten Haushalte am eigenen Netz stieg im Vergleich zum vorherigen Quartal um 11.000 auf 2,298 Millionen im vierten Quartal. Dies entspricht jedoch nur einem Anteil von 68,9 Prozent. Tele Columbus habe den Ausbau der Rückkanalfähigkeit in den vergangenen Jahren vorangetrieben und prüfe die Erschließung weiterer Teilnetze, sagte Unternehmenssprecher Mario Gongolsky Golem.de auf Anfrage. Zudem reduziere man den Anteil von TV-Haushalten, die über Fremdsignal versorgt werden, um hier Rückkanaldienste vermarkten zu können. "Trotz dieser Bemühungen eignen sich nicht alle angeschlossenen Haushalte dafür, rückkanalfähig erschlossen zu werden. Der Anteil rückkanalfähiger Netze wird weiterhin steigen, ohne 100 Prozent zu erreichen."

Die Tele Columbus Gruppe hat im Jahr 2018 die Integration von Primacom und Pepcom abgeschlossen. Im vierten Quartal wurde die Vermarktung wieder gestartet, die man zuvor wegen Problemen eingestellt hatte.

Timm Degenhardt, Chef von Tele Columbus, sagte am 6. März 2019 in Berlin auf den Medientagen Mitteldeutschland Extra: "In Deutschland leben viele Menschen in Mietwohnungen, 20 bis 22 Millionen Haushalte. Für uns ist dies der primäre Markt. 95 Prozent des Geschäfts sind mit der Wohnungswirtschaft." Tele Columbus habe ein Netz von jeweils kleinen Flecken im ganzen Bundesgebiet und größere Flecken in einigen Regionen.  (asa)


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