Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/telekom-beim-glasfaserausbau-sind-kooperationen-ein-fester-teil-1903-140307.html    Veröffentlicht: 28.03.2019 10:01    Kurz-URL: https://glm.io/140307

Telekom

"Beim Glasfaserausbau sind Kooperationen ein fester Teil"

Der Telekom-Chef betont die Bedeutung des Glasfaserausbaus und der Zusammenarbeit mit anderen Netzbetreibern. Wer 40 Prozent Marktanteil habe, könne nicht 100 Prozent Netz bauen.

Die Telekomindustrie insgesamt stehe aktuell vor einem großen Wandel, sagte Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges am 28. März 2019 auf der Hauptversammlung des Konzerns in Bonn. Im Mobilfunk beginne die 5G-Ära. Im Festnetz gewinne Glasfaser weiter an Bedeutung. "Neue Zeiten brauchen auch neue Antworten", sagte Höttges. Kooperationen mit Wettbewerbern seien nun fester Teil der Ausbaustrategie. "Wer 40 Prozent Marktanteil hat, kann nicht 100 Prozent Netz bauen."

Aktuell können rund 33 Millionen Haushalte einen Vectoringanschluss (FTTC) von der Telekom erhalten, davon fast 20 Millionen Haushalte mit bis zu 250 MBit pro Sekunde. Als Nächstes folge der verstärkte Ausbau von Glasfaser bis zum Haus (FTTH).

Deutlicher wurde Dido Blankenburg, Vorstandsbeauftragter Breitbandkooperationen des Konzerns, am 27. März 2019 auf den Fiberdays in Wiesbaden. "Wir sind an der Obergrenze dessen, was wir investieren können", erklärte Blankenburg. "Wir kriegen es nicht alleine hin, wenn wir kooperieren, erreichen wir in Summe mehr Flächendeckung." Ein Fiber Business Case rechne sich erst in 15 bis 30 Jahren.

Beim Thema 5G kritisierte Höttges, dass ein Viertel des zur Verfügung stehenden Frequenzspektrums gar nicht erst versteigert werde. Dabei geht es um den Frequenzbereich von 3,7 GHz bis 3,8 GHz, der für eine lokale Nutzung von Industriebetrieben reserviert ist. "Es findet eine künstliche Verknappung öffentlicher Ressourcen statt. Das treibt womöglich den Preis in die Höhe. Am Ende fehlt das Geld für den Ausbau."

Genehmigungszeiten für Antennenstandorte mit zwei Jahren oder mehr in Deutschland seien zu lang.  (asa)


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