Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/verkehrssicherheit-suedkorea-testet-warnsystem-fuer-smartphone-nutzer-1903-140135.html    Veröffentlicht: 20.03.2019 13:50    Kurz-URL: https://glm.io/140135

Verkehrssicherheit

Südkorea testet Warnsystem für Smartphone-Nutzer

Auf Hawaii gibt es eine Geldstrafe für Fußgänger, die beim Überqueren einer Straße statt auf den Verkehr auf ihr Smartphone schauen. In Südkorea wird etwas anderes getestet: ein Warnsystem, das Fußgänger auf Autofahrer aufmerksam macht - inklusive Warnung auf dem Smartphone.

Augen auf dem Bildschirm statt auf der Straße: Wer beim Gehen seine Aufmerksamkeit auf das Smartphone statt auf den Verkehr richtet, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer. Südkorea will ein System installieren, das Smartphone-Nutzer und Autofahrer voreinander warnt.

So sollen Fußgängerüberwege mit Sensoren, Leuchtdioden und Lasern ausgestattet werden. Die Sensoren - Radar und Wärmebildkameras - erfassen Verkehrsteilnehmer auf der Straße wie auf dem Gehweg. In den Gehweg werden rote, gelbe und blaue Leuchtdioden eingelassen, die blinken, um Fußgänger aufmerksam zu machen.

An Laternenpfählen werden Laser aufgehängt, die eine Warnung auf den Gehweg projizieren. Schließlich erhalten die Fußgänger noch eine Nachricht auf ihr Smartphone, dass sie auf den Verkehr achten sollen. Autofahrer wiederum werden durch blinkende Lichter auf Fußgänger hingewiesen.

Das System wird in Ilsan getestet

Entwickelt wurde das System am staatlichen Institut für Bauwesen, dem Korea Institute of Civil Engineering and Building Technology (KCIT). Derzeit wird es in Ilsan, einer Stadt nahe der Hauptstadt Seoul, getestet. Sollte es sich bewähren, werde es landesweit eingesetzt, berichtet die britische Nachrichtenagentur Reuters - trotz der hohen Kosten von umgerechnet knapp 12.000 Euro für einen Überweg.

Die Initiatoren hoffen, damit die wachsende Zahl der Unfällen mit sogenannten Smartphone-Zombies oder Smombies wieder zu verringern. Südkorea hat ohnehin eine sehr schlechte Unfallstatistik mit vielen Verkehrstoten. Zugleich ist es das Land mit der höchsten Durchdringung an Smartphones: 94 Prozent der erwachsenen Bürger haben ein solches Gerät.

Auch anderswo gehen Politiker gegen Smombies vor: Honolulu etwa, die Hauptstadt des US-Bundesstaates Hawaii, hat vor einiger Zeit Geldstrafen für die Smartphone-Nutzung beim Überqueren einer Straße eingeführt. Im US-Bundesstaat New Jersey wurde ebenfalls darüber diskutiert.  (wp)


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