Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/epic-games-exklusivspiele-und-100-millionen-us-dollar-fuer-entwickler-1903-140121.html    Veröffentlicht: 20.03.2019 18:20    Kurz-URL: https://glm.io/140121

Epic Games

Exklusivspiele und 100 Millionen US-Dollar für Entwickler

Bislang nur für die PS4 erhältliche Spiele wie Detroit Become Human erscheinen exklusiv im Epic Games Store, ebenso wie das nächste Werk von Obsidian. Seine Einnahmen will das Unternehmen im großen Stil für unabhängige Projekte bereitstellen.

Viel zu weite Schlabberhosen, eine nicht ganz frisch gewaschen wirkende Jacke: Tim Sweeney, dem Chef von Epic Games, hat man auf der Spieleentwicklermesse GDC 2019 nicht angesehen, dass er ein paar Milliarden US-Dollar auf dem Konto hat. Ihm dürfte das egal sein: Auf mehreren Veranstaltungen kündigte er mit seinem Entwicklerstudio Neues für die Unreal Engine, den Epic Games Store und die Entwicklerszene allgemein an.

Zu Diskussionen in der Community dürfte vor allem führen, dass es im Epic Games Store weitere hochkarätige Spiele exklusiv geben wird. Dazu gehören etwa die PC-Version des Rollenspiels The Outer Worlds, an dem Obsidian Entertainment derzeit arbeitet, aber auch Ancestors: The Humankind Odyssey von Panache Digital Games und The Cycle vom Berliner Entwicklerstudio Yager.

Ein Coup ist außerdem, dass drei bislang nur für die Playstation 4 verfügbaren Spiele von Quantic Dream ihr PC-Debüt exklusiv bei Epic feiern werden. Gemeint sind Heavy Rain, Beyond Two Souls und das erst 2018 veröffentlichte Detroit Become Human; konkrete Termine für die Umsetzungen liegen nicht vor. Die mit The Division 2 begonnene Zusammenarbeit mit Ubisoft wird verlängert, so dass weitere Titel des französischen Publishers zumindest vorerst nicht bei Steam erhältlich sein werden. Details zu dem Deal liegen nicht vor.

Bei PC-Gamern machte sich Epic Games zuletzt im Fall von Metro Exodus unbeliebt, weil das Actionspiel derzeit ebenfalls nur noch bei Epic erhältlich ist - und nicht mehr bei Steam. Dem Erfolg schadete die Kritik offenbar nicht: Laut Sweeney verkaufte sich Metro Exodus bei Epic rund 2,5-mal so oft wie der Vorgänger Metro Last Light auf Steam. Allerdings wurde Exodus auch stärker beworben - und ist überhaupt das bessere Spiel. Insgesamt gibt es im Epic Games Store derzeit rund 85 Millionen registrierte Kunden - ein großer Teil davon dürfte schlicht wegen Fortnite ein Konto haben.

Die Einnahmen stecken Sweeney und sein Team nicht nur in die eigenen Taschen, sondern stellen der Entwicklerszene finanzielle Ressourcen zur Verfügung. 100 Millionen US-Dollar sollen Spielentwickler, Medienunternehmen und Wissenschaftler erhalten können, die maximale Fördersumme pro Projekt liegt bei 500.000 US-Dollar.

Die Projekte sollen, müssen aber nicht im Zusammenhang mit der Unreal Engine stehen. Sie können Open Source sein - und wer mag, darf sein Werk exklusiv nur bei Steam verkaufen, so jedenfalls die offizielle Ankündigung des Programms namens Epic Mega Grants.

Außerdem machte Sweeney ein weiteres Gebiet für Investitionen aus: Er stellt derzeit ein hochkarätiges Team zusammen, das in den nächsten Jahren die Unreal Engine um ein grundlegend neues Physiksystem erweitern soll. Ein Trailer mit Kämpfen zwischen Robotern hat eine wahre Zerstörungsorgie präsentiert, später soll das System namens Unreal Chaos aber noch mehr können. Eine erste Version soll Entwicklern in Version 4.23 der Unreal Engine zur Verfügung stehen, die in den kommenden Monaten erscheinen soll.

Die Unreal Engine wird derzeit um weitere neue Funktionen erweitert. Unter anderem sollen Entwickler ihren Code bearbeiten können, während die darauf basierende Anwendung in Echtzeit ausgeführt wird. Dazu kommen neue oder überarbeitete Systeme für Animationen, die Darstellung von Gesichtern und Raytracing, das auch aus Sicht von Epic Games zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Entwickler können außerdem kostenlos eine Sammlung von Analysewerkzeugen herunterladen und verwenden, um so genauere Daten etwa über die Anzahl ihrer Spieler in verschiedenen Regionen zu gewinnen. Das Tool steht zuerst für Spieler auf Basis von Windows, MacOS und Linux zur Verfügung, später soll es auch Games auf der Playstation 4, der Xbox One, der Nintendo Switch sowie auf iOS und Android unterstützen.  (ps)


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