Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/social-media-pionier-myspace-hat-musik-aus-mehr-als-zehn-jahren-verloren-1903-140074.html    Veröffentlicht: 18.03.2019 13:03    Kurz-URL: https://glm.io/140074

Social-Media-Pionier

Myspace hat Musik aus mehr als zehn Jahren verloren

Das soziale Netzwerk Myspace hat zugegeben, einen Teil der bis vor drei Jahren hochgeladenen Musik- und Bilddateien verloren zu haben. Betroffen dürften Millionen Titel sein - ein ehemaliger Technikchef von Kickstarter unterstellt Absicht.

Myspace war Facebook, als es Facebook noch nicht gab: Wer in den 2000ern eine Band hatte, dürfte wohl auch eine Myspace-Seite gehabt haben. Dort konnten angehende Stars ihre Lieder oder auch Fotos teilen. Bei manchen hat das zu Ruhm geführt, bei den meisten eher nicht - wie bei der Band des Autors dieses Textes. Wer sich seine alten Lieder noch einmal wehmütig anhören möchte, könnte nun aber vor einem Problem stehen: Myspace hat zugegeben, im Zuge eines Serverumzugs zahlreiche Daten verloren zu haben.

Betroffen seien Fotos, Videos und Audiodateien, die vor mehr als drei Jahren auf Myspace geladen wurden, wie die BBC unter Bezugnahme auf den Dienst schreibt. Myspace wurde 2003 gegründet, der Datenverlust erstreckt sich potenziell also auf bis zu 13 Jahre.

Grund für den Verlust sei ein schiefgelaufener Serverumzug, wie Myspace mitteilt. Offenbar hatten Nutzer schon seit einigen Monaten Probleme, auf alte Dateien zuzugreifen. Auch auf der Myspace-Seite des Autors dieses Textes sind die alten Tracks seiner Band nicht mehr aufrufbar: Die Titel werden zwar noch aufgeführt, abspielen lassen sie sich allerdings nicht mehr. Das Gleiche gilt für Videos. Auch bei den Fotos gibt es zahlreiche Bilder, die nur noch in Thumbnail-Auflösung vorhanden sind oder sich nicht mehr öffnen lassen.

Aus Chronistensicht ist der Verlust der alten Myspace-Dateien zu bedauern. Andy Baio, ehemaliger Technikchef von Kickstarter und Mitbegründer des Crowdfunding-Dienstes, vermutet auf Twitter, dass insgesamt über 50 Millionen Lieder von über 14 Millionen Künstlern verloren gegangen seien. Er äußert zudem den Verdacht, dass der Verlust nicht unabsichtlich geschehen, sondern aufgrund von Unterhaltskosten für die Server absichtlich erfolgt sei - beweisen lässt sich diese These nicht.  (tk)


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