Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/webkit-safari-unterstuetzt-videocodec-vp8-fuer-webrtc-1903-140014.html    Veröffentlicht: 14.03.2019 12:53    Kurz-URL: https://glm.io/140014

Webkit

Safari unterstützt Videocodec VP8 für WebRTC

Über vier Jahre nach der Einigung auf die gemeinsame Nutzung von VP8 und H.264 in WebRTC wird dies künftig auch beides von Apples Safari-Browser unterstützt. Hinzu kommen außerdem Video Simulcast und die Screen-Capture-API. Alle Neuerungen dienen der Webkompatibilität.

Die kommende Version 12.1 des Safari-Browsers von Apple wird die Unterstützung für das WebRTC-Protokoll zur Echtzeitkollaboration deutlich ausbauen. Die Ankündigung im Blog des Webkit-Projekts ist mit der Überschrift "Auf dem Weg zu WebRTC 1.0" überschrieben. Die Arbeiten an dem Standard sind mittlerweile mehr als vier Jahre alt. Die Einigung über die für den Safari-Browser nun vorgestellte wohl wichtigste Neuerung, die Einführung des freien Videocodecs VP8, ist sogar noch älter. Ende des Jahres 2014 einigten sich die Beteiligten darauf, sowohl VP8 als auch den patentbehafteten Codec H.264 gemeinsam in WebRTC verwenden zu wollen.

Die Änderungen an Safari geschehen, um die eigene Implementierung kompatibel zu den anderen großen Browsern Chrome, Edge und Firefox zu machen. Dass die Entwickler aber nicht allzu überzeugt von VP8 sind, zeigt sich auch direkt in der Ankündigung. So bleibt, wie zu erwarten war, H.264 weiter der Standardcodec für WebRTC-Übertragungen. Schließlich ist die Hardwarebeschleunigung dafür eigentlich allgegenwärtig, was natürlich auch für die Geräte von Apple gilt. VP8 hingegen strapaziert die CPU und damit auch den Akku aber deutlich mehr.

Neu in der WebRTC-Unterstützung in Safari ist außerdem das sogenannte Video Simulcast, was vor allem bei Videokonferenzen helfen soll. Beim Simulcast wird ein Videostream mit mehreren Parametern gleichzeitig codiert, etwa Bitrate und Bildgröße. Ein SFU-Server, der die Streams dann an die anderen Teilnehmer verteilt, kann hier direkt den passenden Stream für die einzelnen anderen Gesprächspartner auswählen und weiterreichen.

Safari verwendet darüber hinaus künftig den sogenannten Unified Plan des SDP (Session Description Protocol) statt wie bisher Plan B. Das liefert Webentwicklern mehr Möglichkeiten und rückt die Implementierung in Safari ebenso näher an die anderen Browser heran. Der Browser von Apple nutzt in Zukunft statt der älteren ursprünglichen WebRTC-API auch die neuere Screen-Capture-API, die ebenfalls bereits von den drei großen Browserkonkurrenten unterstützt wird.  (sg)


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