Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/geraetehersteller-ermittlungen-gegen-facebook-wegen-datenzugriffs-1903-140008.html    Veröffentlicht: 14.03.2019 11:14    Kurz-URL: https://glm.io/140008

Gerätehersteller

Ermittlungen gegen Facebook wegen Datenzugriffs

Facebook hat zahlreichen Geräteherstellern einen direkten Zugriff auf Nutzerdaten gewährt. Nun bekommt das soziale Netzwerk deswegen Ärger mit der Justiz in den USA.

Das soziale Netzwerk Facebook ist in den USA in einem weiteren Fall in das Visier der Justiz geraten. Wie die New York Times berichtete, ermitteln Strafverfolger wegen Vereinbarungen des Unternehmens mit Geräteherstellern, die den Firmen einen weitreichenden Zugriff auf die Daten von Facebook-Nutzern ermöglichten. So habe eine sogenannte Grand Jury in New York Unterlagen von zwei nicht genannten prominenten Smartphone-Herstellern angefordert, berichtet das Blatt unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Informanten.

Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica vom März 2018 waren im Juni 2018 weitere Vorwürfe gegen Facebook bekanntgeworden. Dabei ging es darum, dass das soziale Netzwerk mehr als 60 Geräteherstellern Zugriff auf Nutzerdaten gewährt haben soll. Die Hersteller sollen auch Zugriff auf die Daten der Freunde eines Facebook-Nutzers und bei Bedarf noch die Daten von deren Freunden erhalten haben. Inzwischen ist sogar von 150 Herstellern die Rede, denen ein solch exklusiver Zugriff gewährt wurde, darunter Amazon, Apple, Microsoft und Sony.

Facebook will kooperieren

2007 hatte Facebook die Device-Integrated-API veröffentlicht und in diesem Zusammenhang den Geräteherstellern eine Vereinbarung getroffen, dass diese auf die Facebook-Daten zugreifen können. Diese API stammte aus einer Zeit, als Facebook noch darum kämpfte, auch auf mobilen Geräten genutzt zu werden. Zu dieser Zeit waren noch keine Apps üblich, wie sie heute bekannt sind. Mit dieser API sollten Gerätehersteller ihren Kunden die Möglichkeit geben, Facebook auf ihrem mobilen Gerät zu verwenden. In den vergangenen zwei Jahren sollen die meisten dieser Partnerschaften beendet worden sein.

Nach Angaben der New York Times ist nicht klar, wann die Untersuchung der Grand Jury begonnen hat und was das genaue Ziel der Ermittlungen ist. "Wir arbeiten mit Ermittlern zusammen und nehmen diese Untersuchungen ernst", sagte ein Facebook-Sprecher der Zeitung zufolge in einer Erklärung. "Wir haben öffentliche Aussagen gemacht, Fragen beantwortet und zugesagt, dass wir dies auch weiterhin tun werden."

Der Umgang von Facebook mit der unzulässigen Weitergabe von Nutzerdaten beschäftigt inzwischen mehrere US-Behörden. Medienberichten zufolge beteiligen sich die US-Bundespolizei FBI, die Börsenaufsicht SEC und das US-Justizministerium an den Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica.  (fg)


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