Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-world-of-warcraft-unterstuetzt-directx-12-unter-windows-7-1903-139968.html    Veröffentlicht: 13.03.2019 10:24    Kurz-URL: https://glm.io/139968

Microsoft

World of Warcraft unterstützt DirectX 12 unter Windows 7

Nein, das ist kein Aprilscherz: Microsoft hat die D3D12-Runtime auf Windows 7 portiert, als erstes Spiel nutzt World of Warcraft die Grafikschnittstelle für mehr Bilder pro Sekunde. Weitere Titel sollen folgen.

Eigentlich unterstützt Windows 7 nur DirectX 11 als Grafikschnittstelle, konkret Direct3D Feature Level 11_1. Gemeinsam mit Spieleentwickler Blizzard hat Microsoft aber das modernere Direct3D 12 für das alte Betriebssystem rückportiert, genauer gesagt den User-Mode. Das bedeutet, dass nicht einfach jedes Spiel mit D3D12-Unterstützung unter Windows 7 wie unter Windows 10 läuft, sondern jeder Titel muss angepasst werden.

Als erstes Spiel kann World of Warcraft seit Patch 8.1.5 mit D3D12 unter Windows 7 umgehen, bisher klappte das nur unter Windows 10. Blizzard hatte D3D12 für das Online-Multiplayer-Rollenspiel im Juli 2018 veröffentlicht, im Dezember folgte ein weiteres Update. Mit D3D12 erhöht sich vor allem in CPU-limitierten Szenen wie in großen Städten die Bildrate verglichen zu D3D11, ergo erhalten nun auch Windows-7-Nutzer mehr Leistung. Unter Windows 10 mit D3D12 soll die Geschwindigkeit dennoch besser ausfallen, da hier Kernel-Anpassungen vorliegen.

Neben dem Patch sind Treiber samt Hardware notwendig - die Radeon Software 19.3.2 bei AMD und der Geforce 419.35 bei Nvidia. Microsoft zufolge sollen weitere Titel mit Unterstützung von D3D12 unter Windows 7 folgen, der Hersteller nannte aber keine Namen. World of Warcraft nutzt neben D3D12 noch D3D11 mit Multithreading- und D3D11 Legacy mit langsamerem Singlethreaded-Rendering-Backend.

Zumindest den Daten von Valves Steam-Umfrage zufolge nutzt ein Viertel der Spieler noch Windows 7 als 64-Bit-Version, was durchaus ein signifikanter Anteil ist. Wie das Verhältnis bei Blizzards Plattform aussieht, wissen wir nicht - tendenziell würden wir davon ausgehen, dass Windows 7 hier eine noch stärkere Verbreitung aufweist.

Windows 7 wurde im Oktober 2009 veröffentlicht und ist bis heute ein populäres Betriebssystem. Die erweiterte Unterstützung (Extended Support) seitens Microsoft endet im Januar 2020, danach gibt es aber für Partner die Option, sogenannte Extended Security Updates bis Januar 2023 für Windows 7 zu kaufen.  (ms)


Verwandte Artikel:
Codemasters: F1 2018 erhält Direct3D 12 als Beta   
(22.11.2018, https://glm.io/137856 )
Microsoft: Das Ende von Windows 7 wird von Popups begleitet   
(13.03.2019, https://glm.io/139970 )
Inhaltsplanung: Blizzard stellt Veröffentlichungsphasen von WoW Classic um   
(12.03.2019, https://glm.io/139945 )
Windows 7: Extended Security Updates gibt es ab dem 1. April   
(11.03.2019, https://glm.io/139901 )
Noch kein Update: Google warnt vor aktiv ausgenutzter Lücke in Windows 7   
(08.03.2019, https://glm.io/139879 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/