Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/netzwerkausruester-nvidia-will-mellanox-fuer-7-milliarden-us-dollar-kaufen-1903-139903.html    Veröffentlicht: 11.03.2019 11:07    Kurz-URL: https://glm.io/139903

Netzwerkausrüster

Nvidia kauft Mellanox für 7 Milliarden US-Dollar

Eine Milliarde US-Dollar mehr als Intel: Nvidia will bei internen Angeboten für den Netzwerkausrüster mehr Geld aufbringen als die Konkurrenz. Im wichtigen Datacenter-Segment gibt es nur wenige Alternativen zu Mellanox.

Der GPU-Entwickler Nvidia soll ein Angebot über 7 Milliarden US-Dollar für den israelischen Netzwerkausrüster Mellanox abgegeben und damit Intels Offerte von 6 Milliarden US-Dollar überboten haben. Das berichtete die israelische Tageszeitung The Capitalist am gestrigen Sonntag. Die Übernahme von Mellanox durch Nvidia könne schon am heutigen Montag verkündet werden.

Mellanox ist der größte Hersteller von Interconnects wie Infiniband sowie Ethernet für Server, also Netzwerkhardware vom Chip bis zum Switch, um einzelne Knoten miteinander zu verknüpfen. Mellanox' Infrastruktur ist weit verbreitet, so basieren Systeme von Dell, HPE, IBM und Lenovo darauf. Gerade im High-Performance-Computing-(HPC-) oder im Supercomputer-Segment sind Ethernet und Infiniband der vorherrschende Standard, nur wenige Unternehmen entwickeln selbst Verbindungen. Seitens Cray gibt es etwa Slingshot, von Fujitsu den Tofu v3 und von Intel das hauseigene Omni-Path.

Nvidia arbeitet seit Jahren daran, die Datacenter-Sparte zu stärken. Neben den GPU-basierten Tesla-Beschleunigern verkaufen die Kalifornier auch Systeme wie das DGX-2H, für welches Nvidia sogar einen eigenen NV-Switch gebaut hat. Der weist zwei Milliarden Transistoren im 12FFN-Herstellungsverfahren auf und zeigt, wie wichtig der Geschäftsbereich mittlerweile ist. Die Gaming-Abteilung hingegen büßte zuletzt massiv an Umsatz und Gewinn ein, was unter anderem an den hohen Preisen der RTX-Grafikkarten liegt.

Mellanox wurde 1999 gegründet, dahinter stehen ehemalige Mitarbeiter von Intel, das in Israel ebenfalls stark vertreten ist. Das Headquarter befindet sich zwar im kalifornischen Sunnyvale, die meisten der rund 2.500 Angestellten aber sind bei Mellanox in Jokne'am in Israel beschäftigt (siehe PDF, stand Januar 2019).

Nachtrag vom 11. März 2019, 12:30 Uhr

Wie erwartet wurde Mellanox von Nvidia für 6,9 Milliarden US-Dollar übernommen.  (ms)


Verwandte Artikel:
OpenPower: IBM, Nvidia und Google wollen Server gemeinsam entwickeln   
(06.08.2013, https://glm.io/100805 )
Rechenzentren: Intel bietet wohl 6 Milliarden Dollar für Mellanox   
(30.01.2019, https://glm.io/139084 )
Mellanox ConnectX-5: PCIe-4.0-Netzwerkkarte für zweimal 100GbE und NVMf   
(16.06.2016, https://glm.io/121556 )
Netmap- und Mellanox-Treiber: BBC veröffentlicht Patches zur Kernel-Umgehung   
(04.05.2018, https://glm.io/134231 )
NVMe Over Fabrics: Latenzarmes Protokoll über Ethernet und Co. spezifiziert   
(13.06.2016, https://glm.io/121461 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/