Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/panfrost-arms-mali-gpus-bekommen-kernel-treiber-der-community-1903-139885.html    Veröffentlicht: 08.03.2019 14:47    Kurz-URL: https://glm.io/139885

Panfrost

ARMs Mali-GPUs bekommen Kernel-Treiber der Community

Das Entwicklerteam von Panfrost will einen freien Linux-Treiber für ARMs Mali-GPUs der Midgard- und Bifrost-Architektur erstellen. Nun ist erstmals die von der Community erstellte Kernel-Komponente vorgestellt worden.

Unter der Führung von Alyssa Rosenzweig entsteht mit Hilfe der Community seit mehr als eineinhalb Jahren per Reverse-Engineering ein freier Linux-Grafiktreiber für die Midgard genannte Architektur-Generation von ARMs Mali-GPUs. Zusätzlich zu der bereits verfügbaren 3D-Userspace-Komponente in der Bibliothek Mesa hat das Entwicklerteam nun erstmals eine Kernel-Komponente für das Projekt unter dem Namen Panfrost vorgestellt.

Der zuständige Entwickler Tomeu Vizoso schreibt im Blog seines Arbeitgebers Collabora, die nun vorgestellte Kernel-Komponente sei in einem Zustand, der eine baldige Aufnahme in den Hauptzweig der Linux-Kernel-Entwicklung ermöglichen sollte. Mit der offiziellen Veröffentlichung der Patches auf der Mailing-Liste wollen die Beteiligten Kritik und mögliche Verbesserungsvorschläge mit der größeren Community diskutieren.

Der Hersteller bietet bisher nur einen proprietären Userspace-Treiber für seine Mali-Grafikchips an. Die Kernel-Technik ist darüber hinaus zwar lizenzkonform zum Linux-Kernel als freie Software verfügbar, allerdings nicht im Hauptzweig des Linux-Kernels integriert. Für eine Aufnahme in den Hauptzweig muss ein Grafiktreiber zwingend über einen freien Userspace-Teil verfügen und die Kernel-Komponente darüber hinaus die üblichen Schnittstellen der DRM-Infrastruktur (Direct Rendering Manager) des Linux-Kernels verwenden. Beides versucht die Community mit ihren Arbeiten an Panfrost zu erreichen.

Der Userspace-Teil ist bereits in den Hauptzweig von Mesa eingepflegt, nun könnte also bald die Integration in den Kernel folgen, so dass die Nutzung des Panfrost-Treibers künftig leicht über eine übliche Linux-Distribution erfolgen könnte. Noch sind dafür aber noch einige weitere Arbeiten umzusetzen, die der Blog-Eintrag auflistet. Dazu gehören etwa eine bessere Fehlerbehandlung oder auch die korrekte Verwendung der MMU.  (sg)


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