Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/steam-valve-will-rape-day-nicht-vertreiben-1903-139854.html    Veröffentlicht: 07.03.2019 11:45    Kurz-URL: https://glm.io/139854

Steam

Valve will Rape Day nicht vertreiben

Valve hat entschieden, ein umstrittenes Vergewaltigungsspiel nicht bei Steam zu veröffentlichen. Es sei für das Unternehmen und seine Geschäftspartner zu "riskant".

Nach Presseberichten und Diskussionen über ein Spiel namens Rape Day hat sich nun Valve mit einer Erklärung in seinem Blog zu Wort gemeldet. Das Programm werde nicht auf Steam vertrieben. Wie immer in solchen Fällen habe man abgewogen, welche Risiken die Veröffentlichung eines Spiels für Valve sowie für Geschäftspartner und Kunden birgt. "Nach gründlichen Untersuchungen und Diskussionen denken wir, dass Rape Day unbekannte Kosten und Risiken mit sich bringt und daher nicht auf Steam erscheinen wird."

In Rape Day muss der Spieler nach Darstellung des Entwicklers systematisch Frauen vergewaltigen, um in der Handlung voranzukommen. Das sei Absicht, schreibt der Entwickler auf seiner Webseite: "Mord ist in der Fiktion normalisiert worden, während Vergewaltigung noch normalisiert werden muss."

Valve hat sich zu den Inhalten des Programms, das eigentlich Anfang April 2019 auf Steam erscheinen sollte, nur kurz geäußert. "Wir respektieren den Wunsch von Entwicklern, sich auszudrücken, aber dieser Entwickler hat sich für Inhalte und eine Darstellungsweise entschieden, die es uns sehr schwer macht, ihm dabei zu helfen."

In Foren und sozialen Netzwerken sowie auf Golem.de haben die vorab bekannten Informationen über Rape Day und Aussagen seines Entwicklers zu heftigen Reaktionen geführt. Der auf Computerspiele spezialisierte Rechtsanwalt Christian Solmecke geht in seinem Blog davon aus, dass in Rape Day vermutlich "grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen" zu sehen sind, deren Darstellung "mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden" könne.

Mitte 2018 hatte Valve nach Diskussionen über Active Shooter, eine Art Amoklauf-Simulation, erklärt, generell alle Spiele auf Steam zu erlauben, abseits von "illegalen Spielen oder Troll-Versuchen".

Kuratierung und Sortierung der Inhalte soll weitgehend den Nutzern und auf künstlicher Intelligenz basierenden Algorithmen überlassen werden. Valve hatte Active Shooter damals nach Protesten von Steam entfernt, allerdings erst nach einiger Zeit. Rape Day war nach aktuellem Informationsstand schon seit Monaten mit einer eigenen Produktseite auf dem Portal vertreten, aufgefallen ist es erst Anfang März 2019.  (ps)


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