Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/meng-wanzhou-kanada-prueft-auslieferung-von-huawei-managerin-an-die-usa-1903-139746.html    Veröffentlicht: 02.03.2019 15:20    Kurz-URL: https://glm.io/139746

Meng Wanzhou

Kanada prüft Auslieferung von Huawei-Managerin an die USA

Der Huawei-Managerin Meng Wanzhou werden Verstöße gegen Sanktionen und Bankbetrug vorgeworfen. Kanada erwägt die Auslieferung der Tochter des Firmenchefs - Huawei verurteilt das.

Chinas Regierung hat die Bereitschaft Kanadas verurteilt, die dort festgehaltene Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationskonzerns Huawei an die USA auszuliefern. Die Festnahme der Top-Managerin Meng Wanzhou Anfang Dezember 2019 sei "willkürlich" gewesen und stelle eine schwere Verletzung der Rechte chinesischer Bürger dar, kritisierte Außenministeriums-Sprecher Lu Kang am 2. März 2019 in Peking. "Dies ist ein schwerwiegender politischer Vorfall." Er forderte die USA erneut auf, den Haftbefehl gegen Meng Wanzhou fallen zu lassen.

Das kanadische Justizministerium hatte am 1. März 2019 in Ottawa mitgeteilt, das Prozedere für die von den USA geforderte Auslieferung Mengs sei in Gang gesetzt worden. Dies sei aber zunächst nur der erste Schritt. Als Nächstes werde sich am kommenden Mittwoch der Oberste Gerichtshof von British Columbia mit dem Fall befassen und eine Anhörung dazu ansetzen.

Meng ist momentan auf Kaution frei

Meng ist die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei. Sie ist bis zu einer Entscheidung über ihre Auslieferung auf Kaution und unter strengen Auflagen auf freiem Fuß. Der Managerin wird Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. Huawei weist das zurück.

Mit Mengs Festnahme war zwischen den USA und China ein neuer Konflikt entbrannt. Der Fall ist Teil einer größeren Auseinandersetzung der USA mit dem chinesischen Netzausrüster Huawei. Das US-Justizministerium hat Anklage gegen den Konzern und Tochterfirmen erhoben. Dem weltgrößten Telekommunikationsausrüster und zweitgrößten Handyhersteller werden Verstöße gegen Iran-Sanktionen, Geldwäsche, Betrug, Verschwörung zur Behinderung der Justiz und Industriespionage vorgeworfen.  (tk)


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