Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/docsis-3-1-unitymedia-schafft-weitere-gigabit-staedte-1902-139715.html    Veröffentlicht: 28.02.2019 14:38    Kurz-URL: https://glm.io/139715

Docsis 3.1

Unitymedia schafft weitere Gigabit-Städte

Unitymedia hat seinen Quartalsbericht vorgelegt. Kunden buchen höhere Datenraten und zwei neue Gigabit-Städte wurden ausgerüstet.

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat im vierten Quartal 65.000 neue Abos abgeschlossen. Das gab das Unternehmen am 28. Februar 2019 bekannt. 45 Prozent aller Internetneukunden entschieden sich im vierten Quartal für einen 400-MBit/s-Anschluss, der mittlerweile im gesamten Verbreitungsgebiet verfügbar ist.

In den Gigabit-Städten Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Bochum sowie seit Donnerstag Mannheim und Heilbronn sind für knapp 1,5 Millionen Menschen bis zu 1 Gigabit/s im Download möglich. Dafür wurde der Kabelnetzstandard Docsis 3.1 implementiert und zuvor eine Analogabschaltung vollzogen. Der frühere Unitymedia-Chef Lutz Schüler hatte im Juli 2018 gesagt, dass wegen der anstehenden Übernahme von Unitymedia durch Vodafone keine weiteren Gigabit-Städte angekündigt würden.

Für Neukunden kostet der Gigabit-Tarif mit bis zu 1 GBit/s im Download und bis zu 50 MBit/s im Upload monatlich 100 Euro bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten.

Im Mai 2018 hatte Vodafone mit Liberty Global vereinbart, deren Kabelnetze in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien für einen Preis von 18,4 Milliarden Euro zu übernehmen. Der Zusammenschluss steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden, der EU-Kommission und des Bundeskartellamts. Mit einer Entscheidung rechnet Vodafone Mitte 2019.

Liberty Global agiert laut einem Bericht wie eine Heuschrecke: Der Konzern kaufte Unitymedia mit Krediten, deren Zinsen Unitymedia zahlen musste. Unitymedias Zinszahlungen stiegen vom Jahr 2009 bis 2010 von 123 Millionen auf 257 Millionen Euro. Unitymedia musste an Liberty Global Zinsen für Darlehen über acht Jahre in Höhe von 634 Millionen Euro zahlen. Zusätzlich wurden Unitymedia von Liberty Global Management- und Lizenzgebühren für Technologien in Höhe von 865 Millionen Euro abgezogen.

Unitymedia verdreifachte den operativen Gewinn von 435 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2017. Durch hohe Schulden, Zinsen und Gebührenzahlungen machte Unitymedia in sechs von acht Jahren einen Vorsteuerverlust. Gewinn-Verlust-Zahlen veröffentlicht Unitymedia nicht. Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 3,6 Prozent auf 617,8 Millionen Euro.  (asa)


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