Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/europachef-huawei-rechnet-mit-deutschen-auftraegen-fuer-5g-1902-139713.html    Veröffentlicht: 28.02.2019 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/139713

Europachef

Huawei rechnet mit deutschen Aufträgen für 5G

Huawei erwartet von allen drei deutschen Mobilfunkbetreibern wichtige Aufträge für 5G. Schärfere Sicherheitsauflagen seien kein Problem, erklärte Westeuropachef Vincent Pang.

Der chinesische Telekommunikationsausrüster Huawei geht davon aus, dass er die deutschen Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica beim Aufbau der künftigen 5G-Netze in Deutschland mit wichtigen Komponenten beliefert. "Wir rechnen mit Verträgen in Deutschland", sagte Huawei-Westeuropachef Vincent Pang der Rheinischen Post. "Wir haben eine gute Kooperation mit allen Netzbetreibern in Deutschland", ergänzte er bei einem Gespräch auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona. Huawei beliefert als einziger Ausrüster alle drei Netzbetreiber in Deutschland. Das 5G-Testnetz der Telekom in Berlin basiert auf Technik des Marktführers. Die USA versuchen gerade in einer politischen Kampagne, ihre europäischen Partner davon zu überzeugen, dass Huawei-Produkte ein Sicherheitsrisiko seien, können aber dafür keine Beweise vorlegen. Huawei wehrt sich zunehmend gegen den Druck aus den USA.

Am Dienstag wiederholte eine US-Delegation unter der Leitung des Vorsitzenden der Federal Communications Commission (FCC), Ajit Pai, auf dem Mobile World Congress den Aufruf, Huawei aus 5G-Netzen herauszuhalten. Laut Informationen von Golem.de wurden auf Fragen der Journalisten nach Beweisen für Hintertüren erneut keine Fakten genannt.

Huawei würde laut Pang kein Problem damit haben, wenn die deutsche Regierung alle Ausrüster von Telekommunikationsnetzen auf die Erfüllung schärferer Regeln als bisher verpflichtet: "Es ist gut, wenn Deutschland nun einen Standard festlegt, wie Sicherheit geprüft wird." Er sei sich sicher, dass Deutschland eine "richtige Entscheidung auf Basis von Fakten treffen wird". Er ergänzte: "Wir erfüllen alle nationalen Gesetze und wollen dies auch künftig tun."

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Huawei am MWC 2019 in Barcelona teilgenommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.  (asa)


Verwandte Artikel:
NSA: Huawei sieht US-Kampagne wegen fehlender Hintertüren   
(27.02.2019, https://glm.io/139686 )
Hololens: Microsoft-Angestellte protestieren gegen Militärprojekt   
(24.02.2019, https://glm.io/139587 )
Dark Matter: TLS-Zertifikate von der Spionagefirma aus den Emiraten   
(25.02.2019, https://glm.io/139614 )
Reverse Engineering: Hacker bauen NSA-Backdoors nach   
(20.06.2014, https://glm.io/107343 )
Handelskrieg: US-Justizministerium erhebt Anklage gegen Huawei   
(29.01.2019, https://glm.io/139037 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/