Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/magma-facebook-legt-mobile-stack-fuer-kleine-provider-offen-1902-139638.html    Veröffentlicht: 26.02.2019 10:28    Kurz-URL: https://glm.io/139638

Magma

Facebook legt LTE-Stack für kleine Provider offen

Mit der Open-Source-Software Magma will das Unternehmen Facebook kleinen Providern ermöglichen, schnell ihr Netz zu erweitern. Außerdem soll der Betrieb deutlich erleichtert und der Provider unabhängig von Herstellern werden.

Als Teil seiner Connectivity-Initiative hat Facebook die Open-Source-Software Magma veröffentlicht. Bei Magma handelt es sich laut der Ankündigung um eine Plattform, die Netzwerkbetreibern dabei helfen soll, Mobilfunknetze schnell und einfach zu verteilen. Dafür biete Magma einen sogenannten Packet Core für eben diese Netze sowie Werkzeuge zum Automatisieren der Netzwerkverwaltung.

Der sogenannte Mobile Packet Core sei der wichtigste Teil eines Mobilfunknetzes, aber üblicherweise sehr kompliziert zu betreiben. Magma sei explizit nicht dazu gedacht, bestehende Implementierungen des Evolved Packet Core (EPC) großer Betreiber zu ersetzen. Facebook will mit der Software vielmehr dafür sorgen, dass bestehende Netzwerktopologien damit auch bis weit in ländliche Gebiete vergrößert werden können. Ein privates LTE-Netwerk lasse sich damit ebenfalls aufbauen.

Der EPC verbindet die eigentliche Funktechnologie mit den Diensten außerhalb des Mobilfunknetzes wie etwa dem restlichen Internet und setzt dafür selbst die für den Betrieb notwendigen Dienste um. Der Name kommt daher, dass dieser Teil des Netze seit LTE vollständig auf Paketvermittlung setzt. Diese Kernfunktionalität fasst Magma in einem Access-Gateway zusammen. Hinzu kommt die Software Orchestrator, um das drahtlose Netzwerk zu administrieren, sowie ein Federation Gateway, das eine Verbindung zum restlichen Netzwerk des Betreibers über Protokolle der Standardorganisation 3GPP herstellen soll.

Magma soll laut der Erklärung zu dem Code auf Github dazu beitragen, dass die Betreiber nicht in einem sogenannten Vendor-Lock-In landen, sondern mehr oder weniger unabhängig von üblichen Herstellern agieren können. Der Einsatz von Cloud-Technologien soll außerdem die Fehlertoleranz des Netzwerks erhöhen und auch den Einsatz von WLAN oder Funktechniken in nicht lizenzierten Bereichen ermöglichen.  (sg)


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