Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/g8-thinq-im-hands-on-lg-zeigt-luftgestensteuerung-fuers-smartphone-1902-139603.html    Veröffentlicht: 25.02.2019 07:30    Kurz-URL: https://glm.io/139603

G8 Thinq im Hands on

LG zeigt Luftgestensteuerung fürs Smartphone

In der Luft Gesten machen und damit das Smartphone bedienen: Dieses Konzept hat LG am neuen G8 Thinq gezeigt. So lässt sich Musik abspielen, die Lautstärke regeln oder Google Maps aufrufen. Wir haben die Gesten dafür ausprobiert.

LG hat den Mobile World Congress 2019 in Barcelona dazu genutzt, das G8 Thinq vorzustellen. Als Besonderheit hat das Smartphone eine sogenannte Z Kamera auf der Vorderseite, die über die Funktion Air Motion als Steuerzentrale verwendet werden kann. Wenn vor der Kamera Gesten gemacht werden, erkennt die Kamera diese und führt die entsprechenden Befehle aus. Wir haben ausprobiert, wie gut das gelingt.

Die Luftgestensteuerung folgt einem bestimmten Muster: Erst muss die Hand über die Kamera gehalten werden, damit wird der Gestenerkennungsmodus aktiviert. Im nächsten Schritt muss die gewünschte Geste durchgeführt werden. Das klingt kompliziert, und ist es in der Praxis auch.

Die Probleme beginnen damit, dass wir erahnen müssen, auf welcher Höhe und an welcher Position die Kamera die Hand erwartet. Es gibt in der Luft keinen Ankerpunkt, und das macht eine Luftgestenbedienung fehleranfällig. Sobald die G8-Thinq-Kamera die Hand zur Aktivierung des Gestenbetriebs erkannt hat, wird dies im Display durch ein Aufleuchten erkennbar.

Im nächsten Schritt müssen wir mit der Hand eine Ziehgeste nach oben machen und im Anschluss daran die gewünschte Geste ausführen. Wenn der Startbildschirm des Smartphones aktiv ist, können wir von dort aus wahlweise Google Maps oder den vorinstallierten Musik-Player starten. Wollen wir Google Maps aufrufen, müssen wir die Hand nach links schwenken, ein Rechtsschwenk startet den Musikplayer.

Innerhalb von Google Maps können wir mit einer Ziehgeste einen Screenshot anlegen - weitere Steuermöglichkeiten zeigte der Hersteller nicht. Etwas besser ist es beim Musikplayer - dort können wir die Musikwiedergabe anhalten oder fortsetzen. Zudem kann mit einer Drehbewegung in der Luft die Lautstärke verändert werden.

Im Testbereich nach der Präsentation des G8 Thinq war das Bild eindeutig: Alle brauchten massive Hilfestellungen, um diese Luftgesten zu nutzen. Sie sind keineswegs eingängig, und es bedarf viel Übung, bis alle Gesten sitzen. Und vielleicht hilft die beste Übung nicht: Auch Helfer von LG hatten immer wieder Schwierigkeiten, den gewünschten Befehl mit einer Geste auszuführen. Das kann mit noch ungelösten Softwareproblemen zusammenhängen, deutet aber eher auf prinzipielle Probleme einer Luftgestensteuerung hin.

Es gibt auch eine Luftgeste zum Entsperren des Displays, und diese eine Funktion lief zuverlässig. Aber dabei war es auch weniger schwierig, in einem bestimmten Bereich in der Luft die passenden Gesten auszuführen: Wir näherten uns einfach mit der Hand der Frontkamera.

Ähnliche Schwierigkeiten hatten wir schon beim Test von Sonys LF-S50G, einem Google-Assistant-Lautsprecher, der ebenfalls parallel zur Sprache mit Luftgesten bedient werden kann. Auch dabei hatten wir damit zu kämpfen, dass die Erkennung der Gesten nicht zuverlässig funktioniert.

Fazit

Den gleichen durchwachsenen Eindruck vermittelt auch das G8 Thinq von LG. Das Aufwecken des Displays mag noch eine der wenigen Gesten sein, bei denen wir einen Vorteil erkennen können. Wir müssen keinen Knopf suchen und die Hand nur vor einen bestimmten Bereich halten. Aber für die übrigen Gesten ist der entsprechende Befehl mit einem Tastendruck oder einigen Tippern auf dem Touchscreen schneller und vor allem zuverlässiger ausgeführt. Es nervt, wenn wir zum Ausführen eines Befehls die Geste immer wieder von Neuem machen müssen, weil irgendetwas nicht erkannt wird.

LG müsste die Technik erheblich verbessern, damit eine Luftgestensteuerung die Steuerung verbessert. Noch ist aber ohnehin unklar, ob das neue Oberklasse-Smartphone überhaupt in Deutschland auf den Markt kommt, wie der Hersteller Golem.de sagte.  (ip)


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