Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mate-x-angesehen-huawei-praesentiert-smartphone-mit-faltbarem-display-1902-139586.html    Veröffentlicht: 24.02.2019 14:45    Kurz-URL: https://glm.io/139586

Mate X angesehen

Huawei präsentiert Smartphone mit faltbarem Display

Auch Huawei hat sein Smartphone mit faltbarem Display vorgestellt: Das Mate X hat einen durchgängigen Bildschirm, der sich beim Falten auf der Außenseite befindet. Gleichzeitig wird das Smartphone 5G beherrschen - dank eines von Huawei entwickelten Modems.

Huawei hat auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) 2019 das Mate X vorgestellt. Das Gerät ist Huaweis erstes Smartphone mit einem faltbaren OLED-Display. Anders als Samsungs Galaxy Fold hat das Mate X nur ein einziges großes Display, das beim Zusammenklappen des Smartphones in zwei kleinere aufgeteilt wird.

Im ausgeklappten Zustand hat das Mate X einen 8 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 2.480 x 2.200 Pixeln. Das entspricht einem Seitenverhältnis von 8:7,1, der Bildschirm ist also nahezu quadratisch. Klappt der Nutzer das Smartphone zusammen, wird der auf der Außenseite liegende Bildschirm in einen vorderen und einen hinteren aufgeteilt.

Der vordere Bildschirm hat dann eine Größe von 6,6 Zoll bei einer Auflösung von 2.480 x 1.148 Pixeln. Samsung hat bei seinem Galaxy Fold ein nur 4,6 Zoll großes Frontdisplay verbaut. Da keine Frontkamera im herkömmlichen Sinne im Mate X verbaut ist, hat der Bildschirm auf der Vorderseite einen sehr schmalen Rahmen; auf der linken Seite geht er in das rückseitige Display über.

Dieses ist 6,38 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2.480 x 892 Pixeln. Die geringere Breite erklärt sich durch den Griff, der im zusammengeklappten Zustand des Smartphones auf der Rückseite verbaut ist und in dem unter anderem die Kameras untergebracht sind. Das Mate X hat drei Kameras, zu denen Huawei im Vorfeld keine näheren Details verraten hat. Denkbar ist, dass das Dreifachsystem des Mate 20 Pro zum Einsatz kommt.

Dank des rückseitigen Displays können die Hauptkameras des Mate X auch für Selbstporträts verwendet werden. Das Smartphone dürfte damit eine der besten Frontkameras auf dem Markt haben. Mit dem Mirror-Shooting-Mode können auch beide Displayseiten als Sucher verwendet werden; der oder die Porträtierte können dann bei der Bildgestaltung Einspruch erheben.

Das Gelenk des Mate X nennt Huawei Falcon Wing. Es besteht aus mehreren Teilen und soll im ausgeklappten Zustand einen möglichst planen Bildschirm ermöglichen. Genau überprüfen konnten wir das noch nicht; das Gelenk rastet aber ein, wenn der Nutzer das Display komplett ausklappt. Dadurch wird das Smartphone stabil: Das Mate X wirkt auf uns ausgeklappt wesentlich planer als das Flexpai von Royole, auch wenn wir aus bestimmten Betrachtungswinkeln eine leichte Unebenheit an der Knickstelle entdecken konnten.

Das Klappgelenk des Mate X hat einen weitaus kleineren Radius als das des Flexpai. Dadurch ist die Stelle, an der das Display gefaltet wird, schmaler - entsprechend sind mögliche Wellen auf einen kleineren Bereich beschränkt, was die Störungen verringert.

Nicht nur faltbar, sondern auch 5G

Das Mate X erkennt automatisch, auf welche Seite der Nutzer gerade schaut; bei der uns gezeigten Demo hat das nicht immer hundertprozentig funktioniert, was aber auch an der ungewohnten Halteposition gelegen haben kann. Auf dem ausgeklappten, großen Display können Nutzer zwei Anwendungen gleichzeitig verwenden, nicht drei, wie bei Samsungs Galaxy Fold.

Das Mate X ist im ausgeklappten Zustand nur 5,4 mm dick, zusammengeklappt ist es mit 11 mm entsprechend ungefähr doppelt so dick. Aufgeklappt ist lediglich der Griff dicker als der Rest des Gerätes, was beim Halten des dünnen Gerätes aber von Vorteil sein kann. Im Griff sind nicht nur die Kameras verbaut. Dort befindet sich auch der Einschalter. In diesen hat Huawei den Fingerabdrucksensor integriert; unter dem Display wie beim Mate 20 Pro ist er nicht eingebaut.

Das Mate X ist nicht nur Huaweis erstes Smartphone mit faltbarem Display, sondern auch das erste 5G-Gerät des chinesischen Herstellers. Dem Kirin-980-SoC, das auch im Mate 20 Pro verbaut ist, stellt Huawei sein selbst entwickeltes Modem Balong 5000 zur Seite. Dieses soll schnellere Datenraten als die Konkurrenzmodelle von Qualcomm und Samsung erreichen, Huawei spricht von doppelt so schnell.

Der Akku des Mate X ist wie bei Samsungs Galaxy Fold auf beide Hälften des Smartphones aufgeteilt. Er erreicht kombiniert eine Nennladung von 4.500 mAh. Mit dem Mate X führt Huawei einen neuen Schnellladestandard ein, der mit 55 Watt lädt - das Schnellste waren bisher 40 Watt. Damit soll das Mate X in 30 Minuten eine Akkuladung von 85 Prozent erreichen.

Fazit

Unser erster Eindruck des Mate X ist gut. Im zusammengeklapptem Zustand bietet das Smartphone einen großen Bildschirm jeweils vorne und hinten - ein Konzept, das uns beim Nubia X bereits gut gefallen hat. Auseinandergeklappt ist das Display 8 Zoll groß, das ist mehr als beim Galaxy Fold.

Ob die Konstruktion des Mate X mit dem faltbaren Display auf der Außenseite besser ist als die es Galaxy Fold mit dem Display auf der Innenseite, können wir ohne einen Alltagstest noch nicht sagen. Vom ersten Eindruck her finden wir die großen Displays des Mate X praktischer als das kleine, nur 4,6 Zoll große einzelne Display des Galaxy Fold. Interessant wird auch, wie Huaweis eigenes 5G-Modem in der Praxis gegen die Konkurrenz abschneiden wird.

Das Mate X soll ab Mitte 2019 erhältlich sein und 2.300 Euro kosten. Der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher 512 GByte.  (tk)


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