Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/the-division-2-steam-absage-sollte-vor-allem-ubisoft-store-helfen-1902-139417.html    Veröffentlicht: 15.02.2019 10:57    Kurz-URL: https://glm.io/139417

The Division 2

Steam-Absage sollte vor allem Ubisoft Store helfen

Die PC-Version von The Division 2 ist im Epic Games Store statt auf Steam - aber der wahre Gewinner ist offenbar eher die Downloadplattform von Ubisoft selbst, so Firmenchef Yves Guillemot. Rätselraten gibt es darüber, welche neuen Games der Publisher für die kommenden Monate plant.

Im Gespräch mit Analysten hat sich Ubisoft-Chef Yves Guillemot über die innerhalb der Community umstrittene Entscheidung geäußert, die PC-Version von The Division 2 nicht auf Steam anzubieten, sondern im Epic Games Store sowie, wie seit jeher, im eigentlich unbeliebten Downloadshop von Ubisoft. Durch den Deal mit Epic habe man die Chance gesehen, "Bekanntheit unseres eigenen Stores bei den Spielern zu erhöhen und gleichzeitig einen Partner zu unterstützen, der unsere Spiele sehr schätzt und bessere Konditionen bietet."

Zumindest die Steigerung der Popularität des Ubisoft Store hat offenbar funktioniert: Laut Guillemot sind die Vorbestellungen von The Division 2 dort "sechsmal höher" als beim Vorgänger. Der Epic Games Store ist bei vielen PC-Spielern unbeliebt, weil sie zum einen ihre Games lieber unter einem Account verwalten wollen und so gut wie jeder einfach schon Kunde bei Steam ist. Zum anderen fehlen beim Epic Games Store noch viele Funktionen.

Neben The Division 2 gibt es auch die PC-Version von Metro Exodus ein Jahr lang nur im Epic Games Store - ohne eine Ausweichmöglichkeit wie bei The Division 2. Die Entscheidung von Publisher Deep Silver hat in der Community für heftige Empörung gesorgt. Viele Spieler, die sich eigentlich für das Actionspiel interessieren, haben in Foren angekündigt, erst in zwölf Monaten bei Steam kaufen zu wollen. Es dürfte interessant werden, ob sie das durchhalten - die Tests des Actiontitels sind schließlich sehr positiv ausgefallen,(auch bei Golem.de).

Ubisoft hat sich auch über seine weiteren Pläne für die kommenden Monate geäußert. Von April 2019 bis März 2020 sollen drei, möglicherweise sogar vier Blockbuster erscheinen. Das sorgt für Rätselraten, schließlich soll in diesem Jahr ausdrücklich kein Assassin's Creed auf den Markt kommen, und auch ein neues Far Cry wird es nach der Veröffentlichung von New Dawn (Test auf Golem.de) wohl eher nicht geben. Gesetzt ist nur der Start von Skull & Bones, einem Koop-Actionspiel mit Segelschiffen.

Denkbar wäre auch Beyond Good & Evil 2. Ansonsten gibt es Spekulationen über ein neues Splinter Cell, die Ubisoft unter anderem durch Hinweise in anderen Spielen nach Kräften anheizt. Spannend wird, ob Watch Dogs mit einem dritten Teil fortgesetzt wird. Die im Hackermilieu angesiedelte und mit Elementen von GTA ausgestattete Serie hat eigentlich Potenzial, aber die ersten beiden Teile konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Aus geschäftlicher Sicht läuft es bei Ubisoft derzeit offenbar ordentlich. Die Umsätze in den Monaten Oktober bis Dezember 2018 lagen bei 606 Millionen Euro. Das sind zwar 16,4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, lag aber an anderes getakteten Spieleveröffentlichungen - Ubisoft hatte ursprünglich sogar einen noch etwas niedrigeren Umsatz erwartet.

Angaben zum Gewinn macht hat das Unternehmen traditionell zu diesem Zeitpunkt nicht. Besonders gut läuft derzeit laut der Firma das Geschäft mit PC-Spielen, mit der Nintendo Switch und mit Mobile Games, während Xbox One und Playstation 4 derzeit schwächeln. Ubisoft hat im vergangenen Quartal rund 24 Prozent der Umsätze auf dem PC erzielt - im gleichen Vorjahreszeitraum waren es lediglich 15 Prozent. Die Umsätze auf mobilen Plattformen sind von 3 Prozent auf 8 Prozent gestiegen, die auf der Switch von 6 auf 11 Prozent.  (ps)


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