Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/messenger-schweizer-bund-setzt-auf-threema-1902-139383.html    Veröffentlicht: 14.02.2019 10:17    Kurz-URL: https://glm.io/139383

Messenger

Schweizer Bund setzt auf Threema

Zur Kommunikation in Behörden setzt die Schweizer Verwaltung künftig mit Threema auf ein Unternehmen aus dem eigenen Land. Zuvor wurden Whatsapp oder Skype for Business verwendet.

Die Bundesverwaltung der Schweiz will ihre behördliche Kommunikation künftig vereinheitlichen und sogar eine Lösung schaffen, mit der auch vertrauliche Dokumente per Messenger geteilt werden können. Zum Einsatz kommt dafür künftig Threema Work, also die Enterprise-Variante des gleichnamigen Messengers, wie der Hersteller aus der Schweiz mitteilt.

Anders als in Frankreich, das einen ähnlichen Schritt geht, aber auf die freie Software Matrix mit eigenen quelloffenen Clients setzt, nutzt die Schweiz damit künftig ein proprietäres Produkt. Ersetzt wird damit offenbar die Kommunikation per Whatsapp oder auch Skype for Business. Bisher war die Verwendung der Messenger und Kommunikationsdienste nicht einheitlich geregelt, weshalb die Schweizer Verwaltung seit vergangenem Sommer nach einer Alternative gesucht hat.

Abgewickelt und betreut wird die Threema-Nutzung über den zentralen IT-Dienstleister, das Bundesamt für Informatik (BIT). Das Schweizer Magazin Inside-IT zitiert außerdem eine Sprecherin des BIT, wonach der Messenger "allen seinen Kunden innerhalb der Bundesverwaltung, die ein verwaltetes Smartphone besitzen, zur Verfügung" gestellt werde. Bis Mitte dieses Jahres soll die Messenger-App dann von allen Mitarbeitern der Verwaltung genutzt werden können.

Der organisatorische Vorteil von Threema besteht für die Bundesverwaltung wohl darin, dass die Mitarbeiter darüber nun auch Dokumente teilen können, die als vertraulich eingestuft sind, dies entspricht ungefähr der Geheimhaltungsstufe VS-Vertraulich in Deutschland. Für Dokumente, die als intern eingestuft sind - das entspricht VS-Nur für den Dienstgebrauch -, wird eine Sandbox-Lösung für E-Mail, Kontakte und Kalender des Bundes genutzt. Die Verwendung von Whatsapp oder anderen Lösungen bleibt zudem vorerst für den privaten Gebrauch erhalten.  (sg)


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