Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dred-online-arztpraxis-zava-will-auch-in-deutschland-eroeffnen-1902-139140.html    Veröffentlicht: 01.02.2019 19:41    Kurz-URL: https://glm.io/139140

DrEd

Online-Arztpraxis Zava will auch in Deutschland eröffnen

Zava - zuvor DrEd - will seine Onlinearztpraxis auf Deutschland ausweiten. Ein Großteil der Landesärztekammern hat beschlossen, ärztliche Behandlung auch ausschließlich per Telemedizin zuzulassen.

Die Online-Arztpraxis Zava will nach Deutschland expandieren. Bisher hatte die Praxis aus London gearbeitet, weil es hierzulande Ärzten nicht erlaubt war, ausschließlich per Telekonferenz zu behandeln. Wie der Spiegel berichtet, will die Firma einen Standort in Schleswig-Holstein eröffnen, von dem aus Patienten online zu rund 30 Indikationen beraten und behandelt werden, weitere Niederlassungen sollen dazukommen.

Zava, bisher unter dem Namen DrEd bekannt, wurde 2011 vom Hamburger Juristen David Meinertz gegründet. Nach eigener Aussage handle es sich um die größte Online-Arztpraxis in Europa. Im vergangenen Jahr seien mehr als eine Million Patienten betreut worden, auch aus Deutschland. Dabei wirbt die Onlinepraxis damit, dass die Ärzte rund um die Uhr erreichbar seien. Beliebte Behandlungen seien Verhütung, Erektionsstörungen, Haarausfall, Lippenherpes, Asthma, Sexualgesundheit oder Bluthochdruck. Aus rechtlichen Gründen saßen die Ärzte jedoch in Großbritannien.

Krankenkassen könnten künftig auch reine Onlinebehandlungen erstatten

Bisher muss die Behandlung selbst bezahlt werden. Meinertz geht davon aus, dass durch die Gründung eines deutschen Standortes Patienten mittelfristig ihre Konsultation auch von Versicherungen bezahlt bekommen könnten. "In fünf Jahren wird rund ein Drittel aller Arztbesuche digital stattfinden", sagte Meinertz. Ein Großteil der deutschen Landesärztekammern hatte im vergangenen Jahr beschlossen, ärztliche Behandlung auch ausschließlich aus der Ferne zuzulassen. Für chronisch Kranke ist es zudem sinnvoll, sich Laborergebnisse per Videokonferenz von ihrem Hausarzt zu holen.  (asa)


Verwandte Artikel:
Telemedizin: Neue Patienten für die Onlinepraxis   
(04.02.2018, https://glm.io/132569 )
Vivy & Co.: Gesundheitsapps kranken an der Sicherheit   
(11.01.2019, https://glm.io/138622 )
Slighter im Hands on: Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist   
(10.01.2019, https://glm.io/138626 )
Digitalisierung: Bär stößt Debatte um Datenschutz im Gesundheitswesen an   
(24.12.2018, https://glm.io/138391 )
Omron Heartguide: Smartwatch mit zertifizierter Blutdruckmessung vorgestellt   
(24.12.2018, https://glm.io/138390 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/