Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/energy-harvesting-elastische-antenne-gewinnt-strom-aus-wlan-strahlung-1902-139133.html    Veröffentlicht: 01.02.2019 14:36    Kurz-URL: https://glm.io/139133

Energy Harvesting

Elastische Antenne gewinnt Strom aus WLAN-Strahlung

Elektromagnetische Wellen sind überall um uns herum: WLANs, Mobilfunk- und Rundfunksendemasten strahlen sie aus. Forscher des MIT haben ein Gerät in Form einer dünnen, biegsamen Folie entwickelt, die Wellen in Strom wandelt.

Ein Team von Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine Rectenna (von: Rectifying Antenna, gleichrichtende Antenne) entwickelt, die überall vorhandene elektromagnetische Strahlung, etwa von WLANs, Bluetooth oder Mobilfunk, empfängt und in Gleichstrom wandelt.

Solche Systeme gibt es schon. Das Neue ist, dass die MIT-Forscher um Tomás Palacios als Halbleiter Molybdän(IV)-sulfid oder Molybdändisulfid einsetzen. Die Rectenna kann aus Frequenzen bis zu 10 Gigahertz Energie gewinnen. Im Labor lag der Wirkungsgrad zwischen 10 und 40 Prozent.

Das Molybdändisulfid ist ist nur wenige Atomlagen dick und - anders als das üblicherweise genutzte Galliumarsenid - flexibel. Es könnte in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren günstig produziert werden, sagte Palacios dem US-Wissenschaftsmagazin Scientific American.

Das Energy-Harvesting-System - Energy Harvesting wird die Gewinnung elektrischer Energie aus der direkten Umgebung eines Gerätes genannt - könnte sogenannte Wearables, also Elektronik, die am Körper getragen wird, Implantate oder Sensoren für das Internet der Dinge betreiben.

Ganz neu ist die Idee der Stromversorgung durch elektromagnetischen Wellen ohnehin nicht: 2013 etwa stellten Wissenschaftler der Universität von Washington in Seattle ein vergleichbares System mit der Bezeichnung Ambient Backscatter vor. Zwei Jahre später präsentierten sie einen WLAN-Router, der Sensoren so mit Energie versorgt, im vergangenen Jahr eine damit betriebene Kamera.

Die MIT-Forscher um Palacios stellen ihre Rectenna in der Fachzeitschrift Nature vor. Sie machen keine Angaben darüber, wann sie serienreif sein könnte.

Nachtrag vom 6.2.2019, 12:20 Uhr

In der ersten Version des Artikels hatten wir irrtümlich geschrieben, dass mit dem System auch Smarthpones geladen werden könnten. Dafür reicht die Leistung nicht aus. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.  (wp)


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