Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lobbyist-huawei-soll-angeblich-killswitch-fuer-deutsches-5g-netz-haben-1901-139106.html    Veröffentlicht: 31.01.2019 13:30    Kurz-URL: https://glm.io/139106

Lobbyist

Huawei hat angeblich Killswitch für deutsches 5G-Netz

Ein früherer deutscher Spionagechef und gegenwärtiger Lobbyist behauptet, dass Huawei einen geheimen Knopf habe, um das künftige 5G-Netz abzuschalten. Die Netzbetreiber sehen das anders.

Die chinesische Regierung soll durch Huawei in die Lage versetzt werden, bei Differenzen mit der Bundesregierung das Netz in Deutschland abzuschalten. Das berichtet das ARD-Hauptstadtstudio aus Sicherheitskreisen, die dies offenbar wider besseres Wissen aus der Telekombranche behaupten.

Am 30. Januar 2019 fand eine hochrangige Anhörung zu Huawei im Bundesministerium für Wirtschaft, geleitet von Staatssekretär Ulrich Nussbaum, statt, zu dem die Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica geladen waren. Wie Golem.de aus informierten Kreisen erfuhr, betonten die Firmenvertreter bei dem Treffen, dass sie "die volle Verantwortung und volle Kontrolle über das Netz" hätten. Auch die Frage eines Killswitchs wurde angesprochen, und von den Vertretern der Branche ausdrücklich verneint. So etwas gebe es nicht.

Gerhard Schindler, der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, das Risiko der Betriebssicherheit sei gravierender, sollte Huawei am Aufbau des 5G-Netzes beteiligt werden. So wäre China zu einem Killswitch in der Lage, um das Netz in Deutschland abzuschalten, beispielsweise auf dem Höhepunkt einer politischen Krise oder gar im Zuge einer kriegerischen Auseinandersetzung. "Ein solches Szenario kann man sich durchaus vorstellen", sagte Schindler. "Wenn diese Module abgeschaltet werden, sind wir in keiner Weise darauf vorbereitet und könnten nicht reagieren." Beweise haben er und die angeblichen deutschen Sicherheitsbehörden, was das ARD-Hauptstadtbüro auch nicht trennt, jedoch nach eigener Darstellung nicht.

Schindler ist jedoch seit über zwei Jahren Lobbyist für Sicherheitsfirmen bei Friedrich 30, was die ARD jedoch nicht benennt.  (asa)


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