Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-azure-loescht-aus-versehen-datenbanken-von-kunden-1901-139101.html    Veröffentlicht: 31.01.2019 12:30    Kurz-URL: https://glm.io/139101

Microsoft

Azure löscht aus Versehen Datenbanken von Kunden

Eine Reihe von Fehlern in Microsofts Azure-Cloud führte wohl dazu, dass einige der gehosteten Datenbanken von dem Anbieter automatisiert gelöscht worden sind. Kunden könnten so eventuell Daten aus einem Zeitraum von fünf Minuten verloren haben.

In den vergangenen Tagen prägten die Azure- und Office365-Cloud von Microsoft immer wieder einige Fehler, so dass sich etwa Kunden nicht anmelden und so auch nicht auf die Dienste zugreifen konnten. Eine Reihe von Fehlern in diesem Zusammenhang führte für einige Kunden offenbar zum Datenverlust, da das Unternehmen wohl bestimmte Azure-SQL-Datenbanken automatisiert gelöscht hat.

Das berichtet das Magazin The Register, das eine entsprechende Nachricht an Azure-Kunden einsehen konnte. Demnach handelt es sich dabei um jene Datenbanken, die die Funktion Key Vault zur Transparent Data Encryption (TDE) verwenden, also zum Verschlüsseln ihrer Daten. Microsoft hat die betroffenen Datenbanken zwar inzwischen wiederhergestellt, allerdings aus einem bis zu fünf Minuten alten Schnappschuss. Die in diesem Zeitraum verarbeiteten und angefallenen Daten sind für die Azure-Kunden also dauerhaft verloren gegangen.

Darüber hinaus fordert Microsoft seine Kunden wohl dazu auf, zu überprüfen, ob es überhaupt zu einem Datenverlust gekommen ist und sich dann nötigenfalls an den Azure-Support zu wenden. Der Konzern bittet außerdem um Entschuldigung und bietet als Wiedergutmachung eine kostenlose Nutzung der wiederhergestellten Datenbanken für zwei Monate sowie der originalen Datenbanken für drei Monate an.

Ursache für den Ausfall waren wohl Fehler in der DNS-Konfiguration, so dass der Dienst auf einen anderen Anbieter umgestellt werden musste. Hierbei wurde ein Prozess angestoßen, der die geschützten Datenbanken automatisch löscht, sobald die Schlüssel aus dem sogenannten Key Vault entfernt werden. Microsoft will wohl noch in dieser Woche eine detaillierte Analyse zu dem Vorfall veröffentlichen.  (sg)


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