Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/alienware-m15-vs-asus-rog-zephyrus-m-gut-gekuehlt-ist-halb-gewonnen-1901-139044.html    Veröffentlicht: 30.01.2019 12:00    Kurz-URL: https://glm.io/139044

Alienware m15 vs Asus ROG Zephyrus M

Gut gekühlt ist halb gewonnen

Wer auf LAN-Partys geht, möchte nicht immer einen Tower schleppen. Ein Gaming-Notebook wie das Alienware m15 und das Asus ROG Zephyrus M tut es auch, oder? Golem.de hat beide ähnlich ausgestatteten Notebooks gegeneinander antreten lassen und festgestellt: Die Kühlung macht den Unterschied.

Kürzlich war es wieder einmal Zeit für ein wenig Nostalgie - eine LAN-Party. Doch wer will schon schwere Desktopsysteme mit sich herumschleppen? Wir jedenfalls nicht. Damit war es der perfekte Zeitpunkt, um zwei Gaming-Notebooks in der Praxis zu testen. Im 1-on-1 tritt das Alienware m15 gegen das Asus Zephyrus S an. Auf der einen Seite steht Dells generalüberholtes 15-Zoll-Gerät im neuen Chassis, auf der anderen Seite ein bewährtes Produkt von Asus mit aktuellen Komponenten und dem besonderen, sich öffnenden Gehäuse.

Dabei sei gesagt, dass beide Produkte sehr gut ausgestattet sind. Auf dem Papier nutzen sie den gleichen Prozessor - einen Intel Core i7-8750H, 16 GByte DDR4-Arbeitsspeicher und eine Geforce GTX 1070 von Nvidia als Grafikeinheit. Hier hat das Alienware einen Nachteil, denn Dell verbaut seine GPU im Max-Q-Design, welche niedriger taktet. Je nach Konfiguration sind beide Notebooks ähnlich teuer. Mindestens 2.200 Euro sollten Gamer schon in die Hand nehmen.

Das große Schwarze oder das kleinere Rote?

Da es sich um Gaming-Geräte handelt, müssen wir mit dem typisch aggressiv gehaltenen Design klarkommen, etwa übergroßen Kühlerschlitzen, ungewöhnlich platzierten Displayscharnieren und einer spacigen Schriftart auf der Tastatur. Beide Notebooks sind in diesem Punkt nicht zu aufdringlich, von der roten Farbe des Alienware m15 mal abgesehen. Außerdem sind sie solide verarbeitet. Das Zephyrus M schrägt sich beim Aufklappen leicht an und öffnet dabei die Unterseite. Das wird durch eine ausgeklügelte Zahnradkonstruktion ermöglicht, die die Standfüße mit den Scharnieren verbindet - cool.

Das Alienware m15 kommt uns etwas stabiler vor. Das 15,6-Zoll-Display ist in einen dickeren Rahmen eingefasst und wackelt nicht so stark. Wo uns das Dell-Notebook aber wirklich überzeugt: Es hat viele Anschlüsse an sinnvollen Positionen rund um das im Vergleich etwas kleinere Gehäuse, wobei 36,3 x 27,5 x 2,2 cm bei 2,16 kg nicht unbedingt klein sind. Das Zephyrus M mit 38,4 x 26,2 x 2 cm und 2,45 kg Gewicht ist nur noch einmal massiger. Da bleibt fast kein Platz mehr auf dem kleinen Tisch auf der LAN-Party, an den wir uns gleich mit fünf Personen gesetzt haben.

Das Gute am Alienware-Notebook: An der Rückseite führen ein HDMI-2.0-Anschluss, Mini Displayport 1.3 und Thunderbolt 3 heraus. Außerdem befindet sich dort ein proprietärer Port für eine separat erhältliche externe Grafikkarte. Die brauchen wir bei dieser Hardware aber wohl kaum. An der linken und rechten Chassisseite können wir noch drei USB-A-3.1-Anschlüsse und - ganz wichtig - einen Gigabit-Ethernet-Port für kabelgebundenes Netzwerk verwenden. Das kann das Asus Zephyrus M nicht vorweisen. Daher haben wir uns einen entsprechenden USB-Adapter mitgenommen, denn wer will schon auf einer LAN-Party im WLAN zocken?

Das Asus-Notebook hat keine Anschlüsse auf der Rückseite, was wir schade finden. Dafür hat es vier statt drei USB-A-3.1-Ports, einen USB-Typ-C-Anschluss und HDMI 2.0b. Beide Notebooks haben zudem einen integrierten Klinkenanschluss fürs Headset. Uns gefällt das insgesamt rundere Design und die Auswahl bei den Anschlüssen beim m15 besser. Daher beim Chassis:

Punkt für Alienware

Das Display - eine klare Sache

Sowohl das Zephyrus M als auch das m15 haben ein reaktionsschnelles 144-Hz-Panel. Und die können uns auf der LAN-Party sehr überzeugen, vor allem, wenn alte Titel wie Counter-Strike 1.6 ohne Probleme auf mehreren Hundert Bildern pro Sekunde laufen. In schnellen Spielen wie diesem oder Titeln wie Overwatch macht sich die Bildfrequenz stark bemerkbar. Andererseits könnten wir eigentlich auch einen externen 144-Hz-Monitor anschließen und müssten das so schon kleinteilige Age of Empires 2 nicht auf einem entspiegelten 15,6-Zoll-Panel mit Full-HD-Auflösung spielen, das beide Notebooks nutzen.

Das Alienware m15 leuchtet mit maximal 348 cd/m² etwas heller als das Asus Zephyrus M, das auf immer noch solide 323 cd/m² kommt. Allein durch diese Messwerte müssen wir die Displayrunde für das Alienware-Notebook entscheiden.

Punkt für Alienware

Tastatur und Touchpad - dreckiger Kampf

Schauen wir auf die Tastatur und das Touchpad unserer Kontrahenten, erahnen wir es: Hier kämpfen die Notebooks dreckig, denn keines kann wirklich überzeugen. Die Hersteller setzen bei ihren Produkten auf Standard-Flachtasten mit Gummikuppentechnik und einstellbarer RGB-Beleuchtung. Entsprechend weich und undefiniert fühlen sich die Tastenanschläge an. Zum Vielschreiben gehen die Tastaturen völlig in Ordnung. In Spielen fehlt uns die Präzision einer mechanischen Tastatur, weshalb wir diese auch zur LAN-Party mitbringen.

Das Touchpad ist bei beiden Notebooks durchschnittlich gut. Die Sensorfläche ist für so große Geräte relativ klein und die Position ist jeweils etwas nach links versetzt, was wohl Raum für den Handballen schaffen soll. Rechtshänder können allerdings dadurch ungewollte Fehleingaben hervorrufen, weshalb wir die Sensorflächen auch ausschalten können. Wir nutzen sowieso eine richtige Maus an einem der vielen USB-Anschlüsse.

Das Asus Zephyrus M hat einige Zusatztasten, die hilfreich sein können - etwa eine Mikrofonstummschaltung und Lautstärkeregelung. Das Alienware m15 löst das über umständlichere Zweitbelegungen, hat dafür aber vier frei konfigurierbare Makrotasten über dem Nummernblock. An diese Stelle kommen wir während eines Spiels nur schwierig heran, weshalb die Makrotasten eher unsinnig sind. Daher geht der Punkt bei Tastatur und Touchpad an das Zephyrus M.

Punkt für Asus

Die Software - was für ein Chaos!

Bevor wir überhaupt unsere teils recht alten Spiele zusammen zocken können, müssen wir uns bei beiden Notebooks mit diverser vorinstallierter Software herumgeschlagen. Das reicht von Updateassistenten über Kühlungsprofile bis hin zu vorinstallierter Antivirensoftware von McAffee. Und genau diese macht bei älteren Titeln wie dem spaßigen Egoshooter Aliens vs. Predator 2 Probleme, wenn Netzzugriffe geblockt oder für das Spiel wichtige Dateien ungefragt in Quarantäne geschoben werden. Diese Art von Bloatware ist gerade bei so teuren Produkten unnötig und nervend.

Beim Alienware-Notebook hatten wir zusätzlich ein kleines Problem beim Nutzen des externen Monitors in Verbindung mit dem Egoshooter Call of Duty 4. Erst nach einer halben Stunde konnten wir das Programm in Verbindung mit dem proprietären Dell-Treiber zum Laufen bringen. Das Zephyrus M hat weniger Probleme bereitet, zeigte aber an einigen Stellen anderes merkwürdiges Verhalten. So konnten wir manchmal nicht das Kontextmenü durch einen Rechtsklick auf dem Windows-Desktop ausführen. Aus diesem Frust heraus müssen wir die Softwarerunde für unentschieden erklären.

Kein Kontrahent gewinnt

Die Leistung - einen kühlen Kopf bewahren

Das Zephyrus M klappt sich zum Kühlen auf - ein einzigartiger Mechanismus. Dell ist da konservativer und nutzt einfach eine etwas weniger starke Grafikeinheit. Uns fällt bereits im Idle auf, dass das Alienware-Notebook fast lautlos läuft, während das Asus-Pendant hörbare Probleme hat - trotz offener Klappe. Unter Last sind beide Notebooks ziemlich laut - ein Headset ist empfehlenswert. Allerdings wirkt die Lüftung des Zephyrus M merklich störender.

Es ist beeindruckend, wie sehr sich die bessere Kühlung des Alienware m15 auf dessen Leistung auswirkt: Im fordernden Multikern-CPU-Benchmark Cinebench R15 schafft das Notebook einen sehr guten Wert von 1.158 Punkten. Über mehrere Durchläufe hinweg sinkt der Wert nur sehr gering ab, was für stabile CPU-Taktraten unter Last spricht. Der Minimalwert liegt mit 1.146 Punkten nur wenig darunter.

Das Zephyrus M mit identischer Core-i7-8750H-CPU schafft schon im ersten Durchlauf nur 1.071 Cinebench-Punkte, was noch immer gut ist. Dieser Wert sinkt allerdings bis auf 1.009 Punkte ab. Die zwei Lüfter schaffen es einfach nicht, die Abwärme effizient genug zu kontern. Ein ähnliches Ergebnis sehen wir auch beim Rendern des BMW-Benchmarks im 3D-Modeling-Programm Blender. Das Alienware m15 liegt mit 07:07 Minuten leicht vor dem Zephyrus M mit 07:20 Minuten.

Während diese Werte üblicherweise in der Praxis kaum spürbar sind, merken wir die Auswirkungen im prozessorlastigen Rollenspiel Kingdom Come: Deliverance. Dort messen wir auf hohen Details bei einer Wandertour durch die Stadt Rattay 44 fps auf dem Asus-Notebook und 51 fps beim Alienware m15 - und das, obwohl die GPU des Dell-Gerätes langsamer ist. Die effiziente Luftkühlung des Alienware-Laptops ermöglicht es der CPU, durchschnittliche Taktraten von 3,7 GHz zu halten. Das Zephyrus M muss sich mit 3,5 GHz begnügen.

Die minimal erreichten Bilder pro Sekunde sind beim Alienware grundsätzlich höher, was ein spürbar flüssigeres Spielgefühl bei niedrigen Bildraten vermittelt. In Kingdom Come messen wir 38 zu 24 fps, im Teamshooter CS:GO sind es 111 zu 107 fps. In diesem Titel erreicht die schnellere Grafikeinheit des Zephyrus M auf hohen Details allerdings einen besseren Maximalwert von 244 gegenüber Alienwares 201 Bildern pro Sekunde. Auch in der Benchmarksequenz des Abenteuerspiels Shadow of the Tomb Raider messen wir auf ultrahoher Voreinstellung 66 fps beim Asus-Notebook und 60 fps beim Alienware m15 - ein Plus von etwa 10 Prozent.

Die NVMe-SSDs sind bei beiden Notebooks sehr überzeugend, sie lesen mit etwa 3.000 MByte/s sehr schnell. Die Samsung MZ SM961 im Asus-Notebook schreibt allerdings wesentlich flotter: 1583 MByte/s. Das Alienware-Notebook setzt auf zwei 512-GByte-SSDs von Toshiba der XG5-Serie, die mit etwa 400 MByte/s schreiben. Für Daten befindet sich im Testmuster des Asus-Notebooks zudem eine HDD mit 1 TByte Kapazität.

Die Akkulaufzeit ist bei beiden Notebooks erwartungsgemäß nicht der Rede wert: Wir messen im wenig fordernden Powermark eine Laufzeit von 1:26 Stunden beim Zephyrus M mit 55-Wattstunden-Akku. Das Alienware m15 kommt im gleichen Benchmark immerhin auf 3:20 Stunden, hat aber auch einen größeren 60-Wattstunden-Akku verbaut.

Es ist recht schwierig, hier einen klaren Gewinner zu finden. Wir denken allerdings, dass die bessere Kühlung und der daraus resultierende leisere Betrieb sowie die überraschend starke CPU-Leistung des Alienware gegenüber der besseren SSD und reinen Grafikleistung des Zephyrus M überwiegen. Daher:

Punkt für Alienware

Verfügbarkeit und Fazit

Das Alienware m15 kann im Dell-Onlineshop konfiguriert werden. Unsere Konfiguration mit GTX 1070 Max-Q gibt es bisher zumindest nicht im deutschen Shop zu kaufen. Doch kostet schon die Variante mit Geforce GTX 1060 etwa 2.200 Euro. Preiswertere Varianten gibt es ab etwa 1.500 Euro zu kaufen. Das Zephyrus M mit Geforce GTX 1070 kostet in Elektronikfachmärkten wie Media Markt knapp 2.400 Euro. Beide Notebooks haben einen identischen Prozessor: den Core i7-8750H und 16 GByte DDR4-RAM.

Fazit

Der Vergleichstest Alienware m15 gegen Asus Zephyrus ist recht deutlich verlaufen. Dells Notebook scheint das durchdachtere Gerät zu sein. Der Punktestand: 3 zu 1. Das wundert nicht, ist es doch erst vor ein paar Monaten als komplett überarbeitetes 15-Zoll-Notebook auf den Markt gekommen. Asus setzt hingegen auf ein bereits älteres Design, das wohl für die gegebene Hardware nicht ganz ausreichend ist. Bereits mit den Anschlüssen ist das Alienware-Notebook im Vorteil, da es einige Ports an die Rückseite verlegt und einen RJ-45-Port integriert, was eigentlich bei einem Gaming-Notebook Pflicht ist. Den müssen wir für das Zephyrus M per Adapter nachrüsten.

Das Display des Alienware m15 ist minimal heller als das des Asus-Kontrahenten. Wir messen maximal 343 cd/m² im Vergleich zu 323 cd/m², was beides gute Werte sind. Die entspiegelten 15,6-Zoll-Panels haben zudem eine hohe Bildfrequenz von 144 Hz bei einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln.

Sowohl beim Asus- als auch beim Dell-Gerät ist die Tastatur-Touchpad-Kombination nicht sonderlich überragend. Auf den Gummikappentasten schreiben wir lieber, statt darauf zu spielen. Die für so große Notebooks etwas zu kleinen Touchpads ersetzen wir durch eine Maus.

Die Kühlung ist letztlich der Punkt, bei dem das Alienware m15 trotz etwas schlechterer Geforce-GTX-1070 Max-Q als GPU und gleichem Core-i7-8750H besser ist. Zwar messen wir in grafiklastigen Titeln knapp zehn Prozent mehr Frames pro Sekunde, die das Asus-Notebook erreicht, in CPU-lastigen Titeln wie Kingdom Come: Deliverance ist das m15 aber schneller. Auch die Minimalwerte bei der Framerate sind in Titeln wie Counter-Strike: Global Offensive beim Alienware-Notebook besser.

Der Grund: Die CPU kann durchgängig mit 3.700 statt 3.500 MHz pro Kern takten, da das die effiziente Kühlung erlaubt. Zudem ist das Dell-Notebook in allen Situationen spürbar leiser und im Idle sogar nicht hörbar, wo das Zephyrus M trotz Hitzeklappe schon aufdreht.

Auf einer LAN-Party, bei der wir größtenteils nur alte Spiele gezockt haben, konnten wir das Potenzial der Notebooks gar nicht erst ausnutzen. Sie sind sozusagen Overkill. Für mehr als 2.000 Euro bekommen wir in beiden Fällen zumindest sehr performante und gute Geräte. Wollten wir uns wirklich ein solches Gerät kaufen, würden wir allerdings zum Alienware m15 greifen.  (on)


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