Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/empfehlungen-youtube-versteckt-verschwoerungsvideos-1901-139007.html    Veröffentlicht: 28.01.2019 11:11    Kurz-URL: https://glm.io/139007

Empfehlungen

Youtube versteckt Verschwörungsvideos

Theorien über die Form des Planeten Erde, angeblich sensationelle Heilmethoden für schwere Krankheiten: Videos mit solchen Themen sollen künftig nicht mehr in den Empfehlungen auf Youtube auftauchen.

In seinem Blog kündigt Youtube eine größere Änderung für das System an, mit dem Nutzer neue Videos empfohlen bekommen: Filme mit Verschwörungstheorien und ähnlichen Inhalten werden auf den entsprechenden Übersichtsseiten nicht mehr vorgeschlagen. Youtube selbst nennt mehrere Beispiele: "Angebliche Heilmittel gegen eine schwere Krankheit, die Behauptung, die Erde sei flach, oder falsche Aussagen über geschichtliche Ereignisse wie den 11. September."

Derartige Videos würden weniger als ein Prozent der Inhalte auf Youtube ausmachen. Die Filme würden nicht gesperrt, weil sie zwar teils an den Vorgaben über zulässige Inhalte kratzen, die Grenzen des Erlaubten aber eben nicht überschreiten würden. In Suchergebnissen sowie in den Empfehlungen einzelner Kanäle können die Videos aber weiterhin auftauchen.

Für die Produzenten von Verschwörungsvideos dürfte die Entscheidung von Youtube ein relativ schwerer Schlag sein. Empfehlungen spielen auf der Plattform eine große Rolle, entsprechend dürften die Zugriffszahlen stark zurückgehen. Offizielle Zahlen sind nicht zu erwarten, aber Streamer berichteten, dass sie etwa nach der Blockade von jugendgefährdenden Inhalten in den Empfehlungen einen Rückgang der Abrufe im hohen zweistelligen Prozentbereich verzeichnet hatten.

Die Auswahl der Videos mit Verschwörungstheorien, die nicht mehr in den allgemeinen Empfehlungen auftauchen, soll durch eine Mischung aus Algorithmen und händischer Kontrolle durch Mitarbeiter erfolgen. Zuerst soll die Umstellung in den USA gelten, anschließend soll sie nach und nach im Rest der Welt aktiviert werden - wann das alles geschieht, sagt Youtube noch nicht.

Das Unternehmen hofft, mit der Änderung eine Balance "zwischen der Aufrechterhaltung einer Plattform für freie Meinungsäußerung und der Wahrung unserer Verantwortung gegenüber den Nutzern" zu schaffen. In der Vergangenheit hatte Youtube die Auswahl für seine Empfehlungen immer wieder überarbeitet, um unter anderem mehr Vielfalt zu bieten, oder um etwa gegen übertrieben sensationsheischend aufgemachte Videos (Clickbait) vorzugehen.  (ps)


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