Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/vaapi-fedora-und-ubuntu-bauen-videobeschleunigung-fuer-chromium-1901-138882.html    Veröffentlicht: 22.01.2019 10:20    Kurz-URL: https://glm.io/138882

VAAPI

Fedora und Ubuntu bauen Videobeschleunigung für Chromium

Google möchte die Hardwarebeschleunigung für Videos in Chrome unter Linux nicht unterstützen. Die Linux-Distributionen Fedora und Ubuntu pflegen die Patches nun einfach selbst und liefern Chromium-Builds damit aus.

Das Desktop-Team der Linux-Distributionen Ubuntu bietet nun spezielle Snap-Builds des Chromium-Browsers an, die standardmäßig die Hardwarebeschleunigung für Videos über das VAAPI abwickeln. Das schreiben die zuständigen Entwickler etwas versteckt in einer längeren Liste zur ihren Arbeiten an der grafischen Oberfläche von Ubuntu. Der Patch zur Verwendung des VAAPI, was schlicht für Video Acceleration API steht, stammt wiederum aus der Linux-Distribution Fedora.

Erst vor rund zwei Wochen hat das Team von Fedora bekanntgegeben, ebenfalls die Videobeschleunigung über das VAAPI in Chromium anbieten zu wollen. Dort sei zunächst mit dem im Chromium-Projekt vorgeschlagenen Patch für diese Funktion experimentiert worden. Allerdings funktionierte diese Änderung dann nicht wie gewünscht, darüber hinaus haben die Betreuer des Chromium-Codes von Google im vergangenen Herbst zum wiederholten Mal angekündigt, die Hardwarebeschleunigung nicht selbst umsetzen zu wollen.

Das Google Team verweist als Begründung für seine Entscheidung explizit auf die aus Sicht der Entwickler schlechte Qualität der Treiber unter Linux. So habe das Team immer wieder erfahren müssen, dass die GPU-Beschleunigung zu hohe Wartungskosten verursacht. Das wiederum liege an den vielen verschiedenen Hardwarekonfigurationen oder den vielen neu eingehenden Fehlerberichten bei der Veröffentlichung neuer Versionen von Hardware, Treibern oder Distributionen.

Das Fedora-Team hat die Arbeit zur Pflege nun also selbst übernommen und die Patches angepasst beziehungsweise neu geschrieben und liefert diese aus. Das Ubuntu-Team folgt dieser Entscheidung nun und bietet die Chromium-Builds mit aktiviertem VAAPI zunächst in dem Snap-Paketformat an. Sollten die Tests damit erfolgreich verlaufen, ist es wahrscheinlich, dass die Videobeschleunigung künftig standardmäßig in Ubuntu angeboten wird.  (sg)


Verwandte Artikel:
Freie Codec-Sammlung: FFmpeg 4.0 bringt proprietäres Video-Decoding von Nvidia   
(23.04.2018, https://glm.io/134003 )
Crostini: Linux-Apps für ChromeOS kommen für andere Distributionen   
(10.01.2019, https://glm.io/138631 )
Chromium: Linux-Variabilität verhindert Hardwarebeschleunigung   
(05.03.2014, https://glm.io/104941 )
Nouveau: Chrome-Entwickler blockieren freien Nvidia-Treiber   
(07.01.2019, https://glm.io/138534 )
Google: Chrome bekommt keine Linux-Hardwarebeschleunigung   
(04.10.2018, https://glm.io/136927 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/