Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/eu-gesundheitskommissar-5g-soll-nicht-gesundheitsschaedlich-sein-1901-138875.html    Veröffentlicht: 21.01.2019 18:20    Kurz-URL: https://glm.io/138875

EU-Gesundheitskommissar

5G soll nicht gesundheitsschädlich sein

Der Gesundheitskommissar der EU hält die Debatte über eine erhöhte Strahlenbelastung durch 5G für überholt. Das sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) anders.

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hält die Mobilfunktechnik 5G für nicht gesundheitsschädlich. "Am Ende zählt die wissenschaftliche Beweisführung", sagte der litauische Sozialdemokrat dem Tagesspiegel. "Und die sieht in 5G keine Gesundheitsgefahr, solange die geltenden Grenzwerte eingehalten werden."

In den vergangenen Wochen war eine Diskussion darüber entbrannt, ob die vielen neuen 5G-Antennenstandorte der Gesundheit schaden. Andriukaitis hält diese Debatte für überholt. "Nach meinem Kenntnisstand gibt es bei 5G keinen Unterschied zu 3G und 4G. Es sind dieselben elektromagnetischen Strahlungen, und zu denen gibt es bereits umfassende Studien", sagte Andriukaitis.

Die Bundesdelegiertenversammlung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte im November 2018 einen Forderungskatalog verabschiedet, in dem von der Bundesregierung eine Vorsorge- und Schutzpolitik vor elektromagnetischen Feldern gefordert wird.

Bei Planung und Bau von Mobilfunk-Sendeanlagen müssten Standorte mit empfindlichen Nutzungen wie Kindergärten oder Schulen besonders berücksichtigt werden. Hier seien deutlich niedrigere Anlagengrenzwerte und Abstandsregeln vorzugeben, die auch nicht-thermische gesundheitliche Effekte berücksichtigen und verhindern helfen.

Der BUND erklärte: "Längst ist bekannt, dass neben der Erwärmung von Körpergewebe durch hochfrequente Strahlung auch weitere unterschiedlich gut abgesicherte Beobachtungen zu anderen biologischen, wissenschaftlich zweifelsfrei schädlichen Effekten vorliegen. Die existierenden Immissionsgrenzwerte sollen vor den bekannten Wärmeeffekten schützen. Darüber hinaus wird auch die Beeinflussung der Hirnströme als wissenschaftlich ausreichend nachgewiesen angesehen. Für weitere Effekte, wie beispielsweise die Beeinflussung der Durchblutung des Gehirns, die Beeinträchtigung der Spermienqualität, eine Destabilisierung der Erbinformation sowie für Auswirkungen auf die Expression von Genen, den programmierten Zelltod und oxidativen Zellstress werden deutliche Hinweise gesehen."

Durch den zunehmenden Ausbau der 5G-Infrastruktur sei in nahezu allen Lebensbereichen eine erhöhte Strahlenbelastung zu befürchten. Mehr als 244 Wissenschaftler und Ärzte aus 41 Ländern würden ein Moratorium beim Ausbau des 5G-Standards empfehlen, bis Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt durch industrieunabhängige Wissenschaftler erforscht würden.  (asa)


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