Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutsche-glasfaser-was-passiert-wenn-glasfaser-1-gbit-s-auch-liefern-muss-1901-138835.html    Veröffentlicht: 18.01.2019 18:04    Kurz-URL: https://glm.io/138835

Deutsche Glasfaser

Was passiert, wenn Glasfaser 1 GBit/s auch liefern muss

Wenn ein Dorf plötzlich ein Drittel der Bandbreite des DE-CIX ausnutzen würde, müsste sich auch der FTTH-Anbieter Deutsche Glasfaser etwas einfallen lassen. Etwa eine 2.000-Gigabit-Standleitung.

TV-Kabelnetzbetreibern wirft man oft vor, dass sie Nodes überlasteten, zu spät Kapazität ausbauten und die versprochene Datenrate nicht liefern könnten. Doch was würde passieren, wenn alle Nutzer in einem Ort gleichzeitig die volle Kapazität von 1 GBit/s im Download in einem Glasfasernetz abrufen würden? Natürlich ist FTTH (Fiber To The Home) in der Lage, viel höhere Datenraten sicher zu liefern als HFC-Netz (Hybrid Fiber Coax).

Deutsche-Glasfaser-Sprecher Dennis Slobodian sagte Golem.de auf Anfrage: "In diesem sehr theoretischen Szenario, in dem ein Unternehmen heute und plötzlich allen Endkunden permanent die maximale Bandbreite bereitstellen müsste, ist zum Beispiel in einem Ort mit 2.000 angeschlossenen Haushalten eine 2.000-Gigabit-Standleitung vonnöten."

Doch das ist natürlich heute noch nicht realistisch: "Allein dieser Ort würde damit ein Drittel der gesamten Bandbreite des deutschen Internetknotens DE-CIX von circa 6.000 Gigabit/s ausnutzen. Zudem wäre ihre Verbindung nur so schnell wie die verfügbaren Kapazitäten der Server auf der Gegenseite", erklärte Slobodian. Doch in sechs Jahren soll diese Datenrate wirklich abgerufen werden: Die von Haushalten und Unternehmen durchschnittlich nachgefragte Bandbreite für Downloads wird im Jahr 2025 bei rund 1 GBit/s liegen, ergab die Breitbandstudie 2018 des Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) vom September 2018. Die Vorjahresprognose lag bei 600 MBit/s.

Nach den Worten von Slobodian ist jedoch für die Kunden entscheidend: "Egal, welche Bandbreite sie benötigen, wir gewährleisten sie - wie vereinbart." Das FTTH-Netz biete dafür die technologische und infrastrukturelle Voraussetzung. "Beobachten wir, dass eine höhere Bandbreite notwendig wird - etwa weil Kunden vermehrt gleichzeitig online sind und höhere Datenvolumen abrufen, führen wir rechtzeitig entsprechende technische Upgrades der Anbindungen durch, welche die garantierte Geschwindigkeit des einzelnen Anschlusses beim Endkunden gewährleisten", sagte Slobodian. Diese Upgrades seien mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand umsetzbar.  (asa)


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