Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/elektromobilitaet-diese-elektroautos-kommen-2019-auf-den-markt-1901-138830.html    Veröffentlicht: 25.01.2019 12:02    Kurz-URL: https://glm.io/138830

Elektromobilität

Diese Elektroautos kommen 2019 auf den Markt

Wird 2019 das Jahr, das den Durchbruch für Elektroautos bringt? Eine ganze Reihe von Herstellern will in diesem Jahr neue Modelle auf den Markt bringen, darunter Audi, Mercedes und Porsche. Tesla bringt sein Model 3 nach Europa, und der Kabinenroller wird elektrisch.

Endlich wird die Auswahl an Elektroautos größer. Einige Modelle zählen zwar zur Oberklasse, doch vor allem kleine und kompakte Fahrzeuge bereichern den Markt. Die Palette reicht von absoluten Neulingen bis zu etablierten Marken, die jetzt auf Elektromobilität setzen.

Als Argumente gegen den Umstieg auf ein Elektroauto hört man in der Regel diese zwei Gründe: Es gibt zu wenige Ladesäulen, und die Auswahl an Fahrzeugen ist zu gering. Zumindest Letzteres wird 2019 anders. In unserer Übersicht stehen 14 Modelle, die neu oder überarbeitet in den Handel kommen.

Aus deutscher Sicht wird es spannend, was Porsche, Daimler und Audi auf die Räder stellen. Wobei die drei Modelle jenseits der 70.000 Euro ganz klar Luxusautos sind. Porsche möchte mit seinem Taycan belegen, das sportliches Fahren auch elektrisch möglich ist. Mit der 800-Volt-Systemtechnik will man wiederholte Sprints und vor allem schnelles Aufladen der Batterie realisieren. Die anderen beiden Hersteller setzen auf klassisches SUV-Design. Der EQC basiert auf den GLC-Modellen von Mercedes-Benz und wird ab Juli ausgeliefert. Audis E-Tron könnte man mit einem Modell aus der Q-Reihe verwechseln.



Die Ingolstädter präsentierten bereits im Herbst 2018 den lange erwarteten E-Tron in San Francisco - quasi vor der Haustür von Tesla. Mutig, sagen die einen, großspurig die anderen. Kurz darauf musste Audi den Auslieferungstermin aufgrund von Softwareproblemen verschieben. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Batterielieferant LG Chem seine Preise anheben möchte. Somit erhalten die ersten Kunden frühestens im März ihren SUV aus dem Brüsseler Audi-Werk.

Da will Tesla schneller sein. Bereits im Februar sollen die ersten deutschen Kunden die Chipkarte zum Öffnen des Model 3 in den Händen halten. Elon Musk zielt mit dem Fahrzeug zwar auf den Massenmarkt. Doch bei Einstiegspreisen ab 55.000 Euro dürfte das schwierig werden. Die Versionen mit Preisen um die 35.000 US-Dollar (netto) werden noch länger auf sich warten lassen.

Die ersten Besteller haben fast drei Jahre auf das Auto gewartet. Bestellt man jetzt ein Model 3, wird auf der Webseite März 2019 als Lieferdatum angegeben. Der US-Autobauer schafft das, weil er die Auswahl einschränkt. Es gibt zunächst nur eine Langstrecken-Variante (ab 55.400 Euro) und eine Performance-Version (ab 66.100 Euro). Käufer können lediglich zwischen zwei Innenraumfarben und fünf Lackierungen wählen.



Elektroautos aus Asien

Insbesondere im Bereich der Kompakt- und Mittelklasse-Fahrzeuge kommen etliche Modelle aus asiatischer Produktion nach Deutschland. Die ersten Testberichte zum Mini-SUV Kona Elektro von Hyundai fallen positiv aus. Die Südkoreaner haben das Auto zwar schon 2018 exportiert, doch im vergangenen Jahr wurden gerade mal 381 Stück in Deutschland zugelassen. Die meisten Besteller dürften ihren Kona Elektro erst 2019 bekommen. Darum sei er hier kurz erwähnt.

Für den kleineren Ioniq von Hyundai erwarten wir im Sommer 2019 ein Facelift. Das Unternehmen nennt noch keine Details, doch Konnektivität und Batteriekapazität (38 statt 28 kWh) sollen überarbeitet werden. Auch beim Schwesterunternehmen Kia gibt es neue Modelle. In diesem Jahr kommen der e-Niro als auch der Soul EV nach Deutschland. Der Crossover Kia Soul nutzt den gleichen Antriebsstrang und Akku wie der Hyundai Kona. Während der Soul etwas kastenartig daherkommt, dürfte der Kia e-Niro eher der europäischen Vorstellung eines Kompaktfahrzeugs entsprechen. Hier stehen zwei Konfigurationen zur Auswahl: 39 und 63 kWh Batteriekapazität. Letztere soll den Wagen 455 km weit bringen.

Mit 62 kWh kommt der Nissan Leaf e+ in die gleiche Reichweitenregion. In diesem Jahr bringen die Japaner die dritte Generation mit 55 Prozent mehr Batteriekapazität auf den Markt. Mit bislang 380.000 verkauften Stück zählt der Leaf zu den erfolgreichsten Elektroautos der Welt. Erstaunlicherweise begrenzt Nissan die Stückzahl für Europa beim Leaf e+ auf 5.000 Stück.



Der Hersteller bleibt bei einer passiven Luftkühlung für das Kompaktfahrzeug und verbaut keinen zusätzlichen Ventilator. Man darf gespannt sein, ob Nissan per Software das als Rapidgate bekannt gewordene Phänomen in den Griff bekommt. Bei mehrmaligem Schnellladen pro Tag sinkt die Ladeleistung, um die Batterie zu schonen. Ein nachteiliger Effekt, der weite Fahrten in den Urlaub unnötig in die Länge zieht, zumal der Leaf e+ seine Ladeleistung auf 100 kW verdoppelt.

Etliche Kleinwagen im Angebot

Besonders stark vertreten ist das Segment der Kleinwagen, angefangen mit der Neuauflage eines Autoklassikers. Der Microlino ist die elektrische Wiedergeburt des Kabinenrollers Isetta. Der Zweisitzer wird zwar im Auftrag der Schweizer Micro Mobility Systems AG im nordrhein-westfälischen Delbrück bei Artega gebaut, doch die ersten Auslieferungen gibt es im Heimatmarkt Schweiz. Laut Hersteller gibt es insgesamt 11.500 Vorbestellungen.

Zwei weitere Startups aus Deutschland bringen in diesem Jahr ihre E-Autos auf den Markt: e.Go den Life und Sono Motors den Sion. e.Go ist die Gründung von Günther Schuh, der mit dem Streetscooter für die Post bekannt wurde. Den Kleinwagen Life gibt es mit den Motorenleistungen 20, 40 und 60 Kilowatt. Die Produktion des Life 60 läuft im März in Aachen an, und erste Autos können die Kunden im April bei Vertriebspartnern oder am Werk in Empfang nehmen.

Beim Startup Sono Motors aus München steht der Übergabetermin noch nicht fest. Laut einer Unternehmenssprecherin startet die Produktion Ende 2019, doch wann der Sion übergeben wird, ist unklar. Ein Übergabepunkt wird Bremerhaven sein. Ob dort die Autos per Schiff angeliefert werden oder dort die Produktion steht, wollte die Sprecherin nicht verraten. Zusätzlich sind weitere Auslieferungszentren in großen Städten geplant.



Beim Mini ist eigentlich nur noch der Name klein. Mit seinen 3,85 Metern Länge ist der Brite in den Händen von BMW inzwischen eher ein Kompaktfahrzeug. In diesem Jahr kommt der Dreitürer als Mini Electric auf den Markt. Die vorläufigen Leistungswerte erinnern stark an den BMW i3 (94 Ah). Da überrascht es nicht, dass BMW Akku und Antriebseinheit aus dem i3 in die Produktion nach Oxford liefert.

Bis BMW mit seinem iNext-Konzept den Massenmarkt elektrisiert, wird es noch einige Jahre dauern. Volkswagen ist da etwas schneller. Die Wolfsburger beginnen mit der Fertigung ihres ersten Elektroautos auf Basis des MEB-Baukastens noch in diesem Jahr im Zwickauer Werk. Doch der ID Neo, das erste kompakte Fahrzeug der ID-Reihe, dürfte erst 2020 an Kunden übergeben werden.

Abschließend noch ein schneller Blick zu unseren französischen Nachbarn. Ab dem zweiten Halbjahr 2019 kann man den DS 3 Crossback E-Tense von DS Automobiles bestellen. Genauere Informationen zum Fahrzeug findet man auf Seiten der Premiummarke der PSA-Gruppe nicht. Bekannt ist bislang nur, dass der Crossover-SUV mit einer Batterieladung 300 Kilometer weit kommt und mit Matrix LED-Licht ausgestattet ist.

 (dku)


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