Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bright-memory-angespielt-brachialer-pc-shooter-aus-china-1901-138797.html    Veröffentlicht: 17.01.2019 15:10    Kurz-URL: https://glm.io/138797

Bright Memory angespielt

Brachialer PC-Shooter aus China

Nur ein Entwickler und lediglich eine Stunde Spielzeit - trotzdem wischt das nur rund 6 Euro teure und ausschließlich für Windows-PC erhältliche Bright Memory mit vielen Vollpreisspielen den Boden. Selbst die vollständig chinesische Sprachausgabe stört fast nicht.

Wir wissen wenig über Zeng Xiancheng, aber eines dürfte klar sein: Sehr viel unausgefüllte Freizeit kann der aus China stammende Entwickler von Bright Memory nicht haben. Xiancheng arbeitet offenbar allein an dem Actionspiel Bright Memory, dessen erste Episode nun im Early Access auf Steam als Download für rund 6 Euro erhältlich ist. Die restlichen Folgen sollen noch 2019 erscheinen, ein Multiplayermodus ist nicht geplant.

Das Besondere: Bright Memory sieht überhaupt nicht aus wir das Werk eines einzelnen Entwicklers. Zwar ist der bislang veröffentlichte Teil der Kampagne - bei hohem Wiederspielwert - nur rund eine Stunde lang. Davon abgesehen wirken Grafik, Texturen, Spezialeffekte, Steuerung und alles andere eher so, als ob da ein größeres Team viele Monate lang beschäftigt war.

Spieler steuern in Bright Memory eine Hauptfigur namens Shelia, die unmittelbar nach dem Start mitsamt einigen Gegnern durch eine Art Dimensionsportal gesaugt wird und in einer fremden Umgebung landet. Dort kämpft sie in der Ich-Perspektive gegen Monster und Soldaten, und folgt mithilfe eingeblendeter Markierungen dem vorgegebenen Weg und damit auch der Handlung.

Die Story wird mithilfe von sehr kurzen, aber ordentlich gemachten Zwischensequenzen erzählt. Kleines Manko: Dort ist nur die chinesische Sprachausgabe zu hören. Zwar gibt es englische Untertitel, aber erstens ist das Ganze trotzdem nicht so richtig nachvollziehbar - und zweitens eigentlich egal.

Statt der Handlung haben wir uns auf die Kämpfe konzentriert, und die sind dank einiger Besonderheiten ein großer Spaß. In Bright Memory kämpft Shelia meist in Arenen gegen größere Gruppen von Feinden. Um dennoch mit der Übermacht fertig zu werden, verfügt sie über Spezialkräfte.

Unter anderem können wir mit einem Tastendruck die Feinde in die Luft schleudern, wo sie ein paar Augenblicke schweben und solange fast wehrlos sind. Dann können wir sie mit unserer Schusswaffe angreifen, oder mit einem weiteren Tastendruck das Katana ziehen und zum Schnetzeln übergehen.

Mit Möglichkeiten wie diesen lassen sich vielfältige Kombos verwenden, mit denen die Kämpfe nicht wie stumpfe Ballerei, sondern fast schon wie Martial Arts wirken. Verstärkt wird dieser Effekt gelegentlich durch sparsam und kunstvoll eingesetzte Zeitlupeneffekte. Zumindest wir hatten zwar selten den Eindruck, volle Kontrolle über das Geschehen zu haben - aber Spaß macht das Ganze eben doch, oder gerade deshalb. Zwischen den Gefechten gibt's ein paar gut gemachte, nicht ganz einfache Schalterrätsel.

Der Schwierigkeitsgrad ist gehoben, aber mit etwas Übung sind eigentlich alle Auseinandersetzungen zu schaffen. Bright Memory ist relativ blutig gehalten, auf sehr martialische Details hat der Entwickler aber verzichtet. Eine Altersfreigabe durch die USK liegt bislang nicht vor.

Das Spiel basiert auf der Unreal Engine, Entwickler Xiancheng hat sein Werk mit Unterstützung von Epic Games produziert. Das Programm hat noch kleinere Bugs, die behoben werden sollen. In Foren berichten einige Spieler von Abstürzen, wir hatten beim Anspielen zweimal mit einer sekundenlang nicht reagierenden Steuerung zu kämpfen. Trotz dieser minimalen Ärgernisse: Wer sich für Action am PC interessiert, sollte Bright Memory auch angesichts des fairen Preises eine Chance geben.  (ps)


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