Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bosch-touch-projektoren-angesehen-virtuelle-displays-fuer-kueche-und-schrank-1901-138657.html    Veröffentlicht: 11.01.2019 08:43    Kurz-URL: https://glm.io/138657

Bosch Touch-Projektoren angesehen

Virtuelle Displays für Küche und Schrank

Bosch hat auf der CES zwei interessante Projektoren mit virtuellen Touchscreens gezeigt: Der Pai ist für die Küche gedacht, der BML100PI etwa für die Montage in einem Kleiderschrank. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig und stellenweise sehr futuristisch.

Auf der Elektronikmesse CES 2019 hat der deutsche Hersteller Bosch Sensortec zwei Projektoren gezeigt, die eine Touchoberfläche projizieren können. Das Modell Pai ist für die Küche gedacht und soll den Nutzer dort beispielsweise beim Kochen unterstützen.

Neu ist auch der Laser-Projektor BML100PI, der sich für eine Reihe von Anwendungen eignet. Bosch zeigt das Gerät auf der Messe in einem Schrank montiert. Dort kann der Projektor Touchflächen auf die Schrankbretter werfen.

Der Pai, ein DLP-Projektor, wird in der Küche unter einen Hängeschrank montiert. Das Bild kann auf jede gerade Oberfläche projiziert und als Touchoberfläche verwendet werden. Der Pai kann dem Nutzer beispielsweise Rezepte zeigen; die Grundidee ist, nicht mehr mit einem Smartphone oder Tablet in der Küche hantieren zu müssen, die viele Nutzer nur ungern mit schmutzigen Händen bedienen möchten.

Der Pai kann aber noch mehr: Das Gerät erkennt auch Objekte. So können wir beispielsweise ein Steak unter den Projektor legen, der daraufhin anhand der Ausmaße das Gewicht schätzt. Geben wir noch an, um welche Art Fleisch es sich handelt, kann Pai uns sagen, wie lange wir das Stück braten müssen, um den gewünschten Garungsgrad zu erreichen.

Pai ist auch in der Lage, andere Lebensmittel zu erkennen, beispielsweise Paprika oder verpackte Lebensmittel. Die erkannten Zutaten können im Inventar des Nutzers gespeichert werden; Pai ist mit den restlichen Bosch-Haushaltsgeräten verbunden. Nähert sich eines der gespeicherten Lebensmittel dem Haltbarkeitsdatum, kann Pai Rezepte vorschlagen, um sie aufzubrauchen.

Auch können wir einen Kuchen unter den Projektor stellen und eine Vorlage zum Schneiden darauf projizieren. Die Anzahl der Stücke können wir einstellen.

Über die projizierte Touchfläche lassen sich zudem andere smarte Haushaltsgeräte steuern. Beim Steak-Beispiel kann Pai etwa den Ofen vorheizen. Auch die direkte Steuerung anderer Geräte ist möglich, etwa der Kaffeemaschine.

Kleiderschrank mit projizierter Beschriftung

Das Projektionsmodul BML100PI hat einen etwas sperrigeren Namen als der Pai. Das liegt schlicht daran, dass es sich nicht um ein Consumer-Produkt handelt. Vielmehr sollen Hersteller das Gerät in ihren Produkten verwenden.

Auf der CES zeigt Bosch das Modul verbaut in einem Kleiderschrank. Der BML100PI wirft wie der Pai ein Bild von oben auf eine Oberfläche; da es sich um einen Laser-Projektor handelt, kann er aber auf unterschiedliche Ebenen scharfe Bilder werfen. Das nutzt Bosch, um in einem Kleiderschrank die Regalbretter zu beschriften.

Der Projektor erkennt dabei auch, ob in dem jeweiligen Regalfach noch etwas liegt oder nicht. Über die projizierten Schaltflächen lassen sich verschiedene Aktionen durchführen. So können wir beispielsweise einen Termin bei einer Reinigung veranlassen, wenn das letzte T-Shirt aus dem Fach entnommen wurde.

Die Möglichkeiten einer derartigen mehrstufigen, touchempfindlichen Projektion sind vielfältig. Es ist auch möglich, Informationen auf die Innenseite der mit Milchglas versehenen Schranktür zu werfen - beispielsweise den Wetterbericht und einen Kalender. Die Schrift ist dank einer möglichen Auflösung von 600p scharf genug.

Verglichen mit dem Pai ist das BML100PI-Modul deutlich kleiner, was beim angedachten Verwendungszweck sinnvoll ist. Bosch zufolge sollen im Jahr 2020 erste Produkte mit dem Laserprojektor auf den Markt kommen. Der Pai-Projektor hingegen soll bereits Ende 2019 in den Handel kommen, allerdings zunächst nur in China. Ein Marktstart in weiteren Ländern ist aber geplant.  (tk)


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