Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/finanzierung-smartphone-bank-n26-bekommt-260-millionen-euro-1901-138636.html    Veröffentlicht: 10.01.2019 11:51    Kurz-URL: https://glm.io/138636

Finanzierung

Smartphone-Bank N26 bekommt 260 Millionen Euro

N26 hat neues Geld aus den USA und Singapur bekommen. Die junge Firma will in die USA expandieren.

N26 hat von internationalen Geldgebern einen großen Betrag erhalten. Die Finanzierungsrunde bringt dem jungen Unternehmen rund 260 Millionen Euro, erfuhr das Handelsblatt. Das ist laut dem Bericht die größte Summe, die ein deutsches Finanz-Startup bisher je erhalten hat.

Damit steigt das Unternehmen zum ersten deutschen Fintech-Einhorn auf, Unternehmen, die mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden. Die Kapitalgeber beziffern den Wert aktuell auf rund 2,3 Milliarden Euro.

Angeführt wurde die jüngste Finanzierungsrunde vom US-Wagnisfonds Insight Venture Partners, beteiligt sind zudem der Staatsfonds GIC aus Singapur, die Allianz-Versicherung und der deutsche Risikokapitalgeber Earlybird Venture.

Die Finanzierung sei "der Ritterschlag für die deutschen und europäischen Fintechs", sagte Earlybird-Mitgründer Hendrik Brandis. Mit der neuen Finanzierungsrunde soll auch der Markteintritt in die USA bezahlt werden. "Die Investoren aus den früheren Runden sind alle dabei geblieben, und viele - so wie wir auch - haben mehr gezeichnet, als es ihrem ursprünglichen Anteil entsprechen würde", sagte Christian Nagel, Earlybird-Partner und Mitglied des Beirats bei N26.

Laut Angaben der Beratungsfirma Barkow Consulting haben die knapp 800 deutschen Finanz-Startups 2018 mehr als eine Milliarde Euro Risikokapital eingesammelt. Die Kundenzahl von N26 habe sich im Jahr 2018 mehr als verdreifacht.

Kundenzahl von weltweit 50 bis 100 Millionen

"Wir trauen uns zu, N26 zu einer globalen Marke zu machen", sagte Gründer und Vorstandschef Valentin Stalf der Welt. Angestrebt werde für die nächsten Jahre eine Kundenzahl von weltweit 50 bis 100 Millionen. In diesem Jahr wolle man die Kundenzahl von 2,3 Millionen auf mindestens fünf Millionen verdoppeln. Derzeit gewinne die Bank europaweit Tag für Tag mehr als 10.000 Kunden hinzu.

Das Wachstum der kommenden Jahre solle auch aus den USA kommen. "Es gibt dort bislang keine Bank wie unsere. Wir treten an, um in den USA den Marktführer im mobilen Banking zu bauen", sagte Stalf. Im ersten Halbjahr werde N26 mit seinem Angebot dort nach und nach starten. Danach will das Unternehmen weitere Länder ins Visier nehmen. "Vier bis sechs weitere große Märkte sollen in den Jahren 2020 und 2021 folgen", sagte Stalf und nannte als Ziele Australien, Brasilien, Kanada und Mexiko.

Bei der Frage, ob die jüngste Finanzierungsrunde die letzte vor einem Börsengang gewesen sei, wollte sich Stalf nicht festlegen. "Ein Börsengang kann in Zukunft eine Option sein - aber ich kann nicht sagen, wann und ob er kommt", sagte er. Die Runde bringe N26 sehr viel Flexibilität. "Wir sind jetzt in einer Position, in der wir frei entscheiden können, wann wir an die Börse gehen, ob wir privat Geld einsammeln oder ob wir überhaupt jemals wieder externe Finanzierungen brauchen oder uns rein aus den laufenden Einnahmen finanzieren."

Sich übernehmen zu lassen, sei keine Option. "Wir wollen eigenständig bleiben", sagte Stalf. Zumindest für eine deutsche Bank sei N26 spätestens jetzt ohnehin kein Übernahmeziel mehr. "Dafür sind wir schlicht zu groß."  (asa)


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