Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/padrone-angesehen-eine-mausalternative-die-funktioniert-1901-138628.html    Veröffentlicht: 10.01.2019 09:30    Kurz-URL: https://glm.io/138628

Padrone angesehen

Eine Mausalternative, die funktioniert

Ein Ring soll die Computermaus ersetzen: Am Zeigefinger getragen macht Padrone jede Oberfläche zum Touchpad. Der Prototyp fühlt sich bei der Bedienung überraschend gut an.

Die Bedienung fühlt sich an wie eine Mischung aus Touchpad und Maus: Das Schweizer Startup Padrone hat auf der Elektronikmesse CES 2019 seine Mausalternative vorgestellt. Sie heißt ebenfalls Padrone und ist ein Ring, der am Zeigefinger getragen wird. Damit können Nutzer jede Oberfläche als Touchpad verwenden, um einen Mauszeiger zu steuern, beispielsweise auf einem PC. Aktuell finanzieren die Macher ihr Projekt per Crowdfunding.

Der Padrone hat eine Kamera und verschiedene Sensoren eingebaut. Diese erkennen sowohl die Finger als auch die Oberfläche und können die Bewegung der Finger darauf nachvollziehen. Dadurch lässt sich der Mauszeiger steuern. Bewegt der Nutzer seinen Finger auf der Oberfläche, steuert er damit den Mauszeiger. Das funktioniert überraschend präzise, wie der Hersteller auf der CES gezeigt hat. Ein Linksklick wird durch einfaches Tippen mit dem Zeigefinger durchgeführt, ein Rechtsklick mit dem Mittelfinger - wie bei einer normalen Maus also.



Mit einer Zwei-Finger-Wischgeste kann gescrollt werden. Um Drag-and-Drop zu verwenden, müssen Nutzer den Daumen an den Zeigefinger legen und den gewünschten Inhalt dann damit bewegen. Die Beschaffenheit der Oberfläche ist dem Hersteller zufolge nicht wichtig, solange die Fläche plan ist. Padrone funktioniert auch auf einem Sofa oder dem Oberschenkel. Er muss nicht am Zeigefinger der rechten Hand getragen werden, er kann auch an der linken Hand verwendet werden.

Padrone dürfte sich gut für Nutzer eignen, die unterwegs am Laptop arbeiten und nicht das Touchpad ihres Laptops verwenden wollen. Die Nutzung des Rings ist eine Mischung aus Touchpad und Maus: Die Fingerbewegungen erinnern uns an ein klassisches Touchpad, die Art und Weise, die Klicks auszulösen, stammt hingegen von einer Maus.

In der uns gezeigten Demonstration auf einem Android-Smartphone hat der Ring gut funktioniert. Wir konnten lediglich eine leichte Verzögerung bei Mausbewegungen sehen. Die Demo fand allerdings auch unter erschwerten Umständen statt, da der gezeigte Prototyp durch die Menge an Bluetooth-Geräten in der Messehalle gestört wurde. Aktuell sind noch keine weiteren Gesten möglich, wie sie etwa Windows 10 verwendet. Von der Fingererkennung her soll das dem Hersteller zufolge aber kein Problem sein.

Akku für einen Tag

Der Akku des Rings soll einen Tag lang problemlos durchhalten. Geladen wird er drahtlos auf einer speziellen Ladestation, die mitgeliefert wird. Eine volle Ladung soll weniger als drei Stunden dauern.

Die Macher gehen davon aus, dass Nutzer den Ring tagsüber auch dann tragen, wenn sie ihn nicht verwenden. Er wäre dann quasi immer einsatzbereit. Der Ring ist entsprechend spritzwasserfest, auch Händewaschen soll unproblematisch sein. Nur tauchen sollten Nutzer damit nicht.

Padrone ist aktuell noch nicht im Handel erhältlich, momentan suchen die Macher bei Indiegogo nach Unterstützern, ihr angestrebtes Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar haben sie bereits erreicht.

Unterstützer bekommen Dummys zum Anprobieren

Wer das Projekt mit mindestens 200 Euro unterstützt, soll nach erfolgreicher Fertigung einen Ring erhalten. Um die richtige Größe zu bekommen, sollen alle Unterstützer zwölf Dummys in verschiedenen Weiten zugeschickt bekommen. Nach Auswahl der passenden Größe sollen die Unterstützer dann den echten Padrone erhalten. Ausgeliefert werden soll das Gerät noch in diesem Jahr.  (tk)


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