Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/linux-distribution-fedora-will-nutzer-ueber-paketverwaltung-zaehlen-1901-138584.html    Veröffentlicht: 08.01.2019 14:37    Kurz-URL: https://glm.io/138584

Linux-Distribution

Fedora will Nutzer über Paketverwaltung zählen

Um eine bessere Übersicht über die Anzahl der Nutzer und Varianten der Linux-Distribution Fedora zu bekommen, will das Team die Nutzer anonymisiert über die Paketverwaltung zählen. Opensuse geht bereits ähnlich vor.

Wegen der freien Verfügbarkeit und der legalen Weiterverteilung haben die Macher von Linux-Distribution kaum noch einen Überblick über die Anzahl und die Aktivitäten ihrer Nutzer. Matthew Miller, der Projektleiter der Distribution Fedora, möchte dies für das eigene System ändern. Bisher zählt das Fedora-Team die Zugriffe von einzelnen IP-Adressen, künftig sollen die Nutzer über eine Erweiterung in der Paketverwaltung gezählt werden.

Den Plänen von Miller zufolge sollen die Änderungen bereits mit der kommenden Version 30 von Fedora umgesetzt werden. Konkret geplant ist demnach eine UUID (Universally Unique Identifier) pro System umzusetzen. Diese soll direkt in Verbindung mit der Paketverwaltung DNF auf den Client-Installationen der Nutzer implementiert werden. Hinzu kommt eine Analysefunktion in der von dem Team gepflegten Backend-Infrastruktur.

Das von Miller vorgeschlagene System ist offenbar angelehnt an das Vorgehen der Linux-Distribution Opensuse, die solch eine Technik bereits einsetzt. Die UUID soll es explizit ermöglichen, einzelne Systeme unabhängig von ihrem Einsatzort zu zählen. Ebenso könnten damit die genutzten Varianten von Fedora besser analysiert werden, was bisher noch nicht ohne weiteres möglich ist. Letzteres gilt insbesondere für jene Installationen, die nur eine vergleichsweise kurze Lebensdauer haben wie etwa in Containern.

Miller betont in seinen Vorschlag explizit, damit sollten lediglich Installationen gezählt werden, ein Tracking der Nutzer erfolge nicht. Das sei nicht im Sinne der Fedora-Community, die Wert auf die Privatsphäre der Nutzer lege. Um diesem Anspruch auch voll gerecht zu werden, wollen die Beteiligten außerdem eine einfache Möglichkeit zum Opt-Out aus der Zählung umsetzen. Bei Opensuse reicht es dazu aus, dass Nutzer die auf dem System hinterlegte Datei mit der UUID einfach löschen.  (sg)


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