Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/digitaler-assistent-microsoft-patent-verlangt-besonderes-gefluester-1901-138506.html    Veröffentlicht: 04.01.2019 14:35    Kurz-URL: https://glm.io/138506

Digitaler Assistent

Microsoft-Patent verlangt besonderes Geflüster

Digitale Assistenten werden bisher kaum in der Öffentlichkeit verwendet. Das will Microsoft mit einem Patent ändern, das spezielles Flüstern erkennt. Das Ziel: Personen in der Nähe sollen die Sprachbefehle nicht belauschen können.

Digitale Assistenten werden vor allem in den eigenen vier Wänden oder im Auto verwendet. Hier befindet sich der Nutzer in einem abgeschottetem Bereich. Obwohl viele Kopfhörer und Ohrstöpsel so ausgestattet sind, dass sie die Nutzung eines digitalen Assistenten auf dem Smartphone ermöglichen, werden diese bisher kaum in der Öffentlichkeit genutzt.

Microsoft geht davon aus, dass es vielen einfach zu peinlich ist, sich mit digitalen Assistenten in der Öffentlichkeit zu unterhalten. Außerdem gebe es Situationen, in denen der Nutzer eine vorhandene Stille nicht stören möchte. Als Lösung will das Unternehmen Geräte anbieten, mit denen auf besondere Weise gesprochen wird. Microsoft hat ein Patent eingereicht, das am 4. Januar 2019 vom WIPO veröffentlicht wurde. Darin wird beschrieben, wie Geräte eine besondere Art des Flüsterns erkennen sollen.

Das Patent beschreibt, dass der Nutzer mit dem Smartphone, der Smartwatch oder einem anderen tragbaren Geräten flüstert - und zwar auf eine besondere Art und Weise. Beim Flüstern wird nicht aus- sondern eingeatmet. Dadurch soll lautloses Flüstern möglich sein, das von den entsprechenden Geräten trotzdem erkannt wird. Umstehende Personen sollen dieses Flüstern hingegen nicht hören können.

Alles setzt auf das Entgegenkommen des Anwenders

Der Nutzer muss dafür aber den Mund sehr dicht an das betreffende Mikrofon führen. Der Mund darf nur wenige Millimeter vom Mikrofon entfernt sein. Auf größeren Entfernungen würde das Verfahren nicht mehr funktionieren. Für Kopfhörer und Ohrstöpsel ist es also keine Lösung, weil sich die Mikrofone nicht dicht genug am Mund befinden.

Sollte diese Technik in realen Produkten eingesetzt werden, würde es aber bedeuten, dass sich die Nutzer angewöhnen müssen, nicht nur zu flüstern, sondern eben auch auf eine ganz besondere Weise zu flüstern. Jedenfalls dann, wenn das Verfahren ihre Vorzüge ausspielen soll.

Wie üblich bei Patentanmeldungen und auch bei erteilten Patenten, ist auch hier ungewiss, ob das patentierte Verfahren jemals in Produkte oder Dienste integriert wird.  (ip)


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