Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gruene-telekom-nennt-kritik-am-mobilfunkausbau-scheinheilig-1812-138444.html    Veröffentlicht: 31.12.2018 16:14    Kurz-URL: https://glm.io/138444

Grüne

Telekom nennt Kritik am Mobilfunkausbau scheinheilig

Die Grünen kritisierten Mobilfunklücken, setzten sich in Gemeinderäten aber nicht für Mobilfunkmasten ein, meint die Deutsche Telekom. Eine Studie der Partei hat den schlechten LTE-Ausbau in Deutschland kritisiert.

Telekom-Sprecher Markus Jodl hat die Kritik der Grünen am schlechten Mobilfunkausbau in Deutschland als "scheinheilig" bezeichnet. "Dafür ist das Wort 'scheinheilig' erfunden worden. Die Grünen haben sich in einem Gemeinderat noch nie für einen Mobilfunk-Standort eingesetzt. Da kommt immer ein 'Nein'", twitterte er.

In einer aktuellen P3-Studie über die LTE-Versorgung, die die Grünen beauftragt haben, hieß es: "Die drei besten Netzanbieter in den Niederlanden kommen auf eine durchschnittliche Verfügbarkeit/Abdeckung von 93,5 Prozent, in Polen sind es 82,5 und in Deutschland 59,5 Prozent. Albanien schafft es auf 61,7 Prozent. Und wenn LTE verfügbar ist, surfen die europäischen Nachbarn doppelt so schnell mobil wie die deutschen Kunden. Damit landet das deutsche Mobilfunknetz bei den wesentlichen Merkmalen auf den hinteren Plätzen in Europa." Dem Inhalt der Studie widersprach Jodl in seiner Erwiderung auf Twitter jedoch nicht. Die Grünen fordern eine verpflichtende Regelung für National Roaming, was eine Mitnutzung von Frequenzen in jenen Regionen möglich mache, in denen weitere Betreiber noch nicht ausgebaut hätten, was die Ausbaukosten und Mastendichte reduzieren könne.

Telekom: Funklöcher schließen ist teuer und schwierig

Die Telekom hatte schon zuvor argumentiert, dass Gemeinden mit schlechter Mobilfunkversorgung erklärten: "Nein, einen Mobilfunkstandort auf unserer Flur wollen wir nicht." Der Wunsch nach der Schließung von Mobilfunklücken korrespondiere nicht mit der Bereitschaft, Mobilfunkstandorte zu akzeptieren.

Zudem beklagt die Telekom die hohen Kosten für den weiteren 4G-Ausbau. "Die letzten 10 Prozent zu versorgen, ist genauso teuer wie die ersten 90 Prozent", sagte Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie Telekom Deutschland, über den Ausbau in Bayern.  (asa)


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