Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/pruegelspiel-capcom-beklebt-kaempfer-in-street-fighter-5-mit-werbung-1812-138284.html    Veröffentlicht: 17.12.2018 11:10    Kurz-URL: https://glm.io/138284

Prügelspiel

Capcom beklebt Kämpfer in Street Fighter 5 mit Werbung

Nach dem letzten Update ist auf den Kämpfern in Street Fighter 5 Werbung zu sehen - die Community findet das peinlich und nicht angemessen für so eine altehrwürdige Serie. Hersteller Capcom will die Werbung nicht wieder abschaffen, sondern nur verbessern.

Es gibt Computerspieler, die sind mit Dhalsim groß geworden. Der Kämpfer in Street Fighter ist vage dem indischen Kulturkreis als Yogi zugeordnet, um seinen Hals trägt er eine Kette mit den Schädeln verstorbener Kinder aus seinem Dorf. In Street Fighter 5 hat sich durch das letzte Update ein Detail an dieser Kette verändert: Auf einem der Schädel prangt nun Werbung - derzeit ausschließlich für die Capcom Pro Tour, ein E-Sport-Turnier. Die Firma verdient also zumindest nicht direkt Geld mit der Aktion.

Es gibt noch mehr Reklame auf Kämpfern in Street Fighter 5, das 2016 als Vollpreisspiel erschienen ist, und im Handel immer noch rund 30 Euro kostet. Auf dem Oberarm des Soldaten Guile etwa ist die US-Flagge gegen die Pro-Tour-Werbung ausgetauscht, bei anderen Helden prangt sie auf den Boxhandschuhen. Neben derartigen Einblendungen gibt es das Logo seit dem Update im Ladebildschirm sowie auf dem Boden der Arenen zu sehen.

Bei den Spielern kommen die Anzeigen extrem schlecht an. Direkt nach der Ankündigung von Capcom im offiziellen Firmenblog gab es Proteste. Seitdem allerdings bekannt ist, wie die Werbung konkret aussieht, äußert sich der Unmut unter anderem in einem langen Thread auf Reddit.

"Ich kann nicht glauben, dass Capcom seine eigene Marke so beschädigt. Es ist schockierend", schreibt einer der Spieler. Viele stört, dass die Werbung technisch schlecht integriert wird: "Das sieht aus, als hätte jemand mit Photoshop zeigen wollen, wie mies eingebaute Ingame-Ads aussehen würden", kommentiert ein Nutzer.

Die Anzeigen lassen sich ausschalten. Wer sie aktiviert lässt, erhält spezielle Credits in Kämpfen. Allerdings sind die zusätzlich ausbezahlten Belohnungen sehr niedrig. Auf Twitter hat sich inzwischen Yoshi Oni, der Executive Producer von Street Fighter, zu Wort gemeldet. Er verspricht, dass sich sein Team mit den "Rückmeldungen" der Spieler beschäftigt und überlegt, wie "diese neue Funktion für die Spieler künftig verbessert" werden könnte.  (ps)


Verwandte Artikel:
Tokyo Game Show: Eine berufsjugendliche Branche wird alt   
(24.09.2018, https://glm.io/136727 )
Capcom: PC-Version von Street Fighter 5 installierte Rootkit   
(26.09.2016, https://glm.io/123449 )
Street Fighter 5 im Test: Prügel im Basispaket   
(15.02.2016, https://glm.io/119141 )
Capcom: Der Hexer jagt in Monster Hunter World   
(10.12.2018, https://glm.io/138166 )
Razer Panthera Evo: Mit Retro-Stick und mechanischen Knöpfen Combos ausführen   
(02.11.2018, https://glm.io/137478 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/