Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/us-sicherheitsbehoerden-telekom-darf-sprint-kaufen-wenn-sie-huawei-fallen-lassen-1812-138265.html    Veröffentlicht: 15.12.2018 00:24    Kurz-URL: https://glm.io/138265

US-Sicherheitsbehörden

Telekom darf Sprint kaufen, wenn sie Huawei fallen lässt

Die US-Regierung setzt die Deutsche Telekom unter Druck. Der Kauf von Sprint durch T-Mobile US wird genehmigt, wenn der Mutterkonzern die Zusammenarbeit mit Huawei einschränkt. Offenbar ist die Telekom dazu bereit.

T-Mobile US und Sprint bekommen ihren Zusammenschluss bereits in der kommenden Woche von einem nationalen US-amerikanischen Sicherheitsgremium genehmigt, nachdem ihre jeweiligen Mutterkonzerne angekündigt hatten, dass sie die Verwendung von Ausrüstung von Huawei Technologies einschränken würden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise. Die US-Regierungsbeamten haben den deutschen Mehrheitseigner von T-Mobile, die Deutsche Telekom, demnach dazu gedrängt, auf die Verwendung von Huawei-Ausrüstung zu verzichten.

Dies ist Teil der nationalen Sicherheitsüberprüfung des 26-Milliarden-US-Dollar-Deals. Die Vereinbarung steht neben der Zustimmung der Sicherheitsbehörden auch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen des US-Justizministeriums und der FCC (Federal Communications Commission) und könnte immer noch scheitern.

Wie alle großen US-amerikanischen Mobilfunkbetreiber verwenden T-Mobile und Sprint keine Huawei-Ausrüstung, aber ihre Muttergesellschaften setzen die Technik ein. In den USA ist der Marktführer Huawei vom Markt für Netzwerke ausgeschlossen. Ein Gesetz, das US-Netzbetreibern verbietet, Ausrüstung in China zu kaufen, existiert nicht. Es gibt nach Informationen von Golem.de jedoch Drohungen, dass der Betreiber nachteilige Konsequenzen wie das Ausbleiben staatlicher Aufträge zu befürchten hat oder dass es imageschädigend für das Geschäft mit Privatkunden sein könnte. Nur kleinere regionale US-Netzbetreiber sind von dem Bann nicht erfasst.

Die Mutter von Sprint, Softbank Group, plane, 4G-Netzwerkausrüstung von Huawei durch Hardware von Nokia und Ericsson zu ersetzen, berichtete die japanische Wirtschaftzeitung Nikkei am Donnerstag, ohne Quellen zu nennen.

Die Telekom gab am Freitag überraschend bekannt, angesichts der Debatte um die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller ihre Zusammenarbeit mit Zulieferern zu überprüfen. "Wir bewerten derzeit unsere Beschaffungsstrategie neu", teilte die Telekom mit.

Die Telekom warnte zuvor davor, Huawei vom Netzausbau in Deutschland zu verbannen.  (asa)


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