Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/apple-pay-im-test-problemlos-mit-dem-iphone-zahlen-1812-138187.html    Veröffentlicht: 11.12.2018 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/138187

Apple Pay im Test

Problemlos mit dem iPhone zahlen

Nach Jahren des Wartens ist Apple Pay endlich in Deutschland verfügbar - und damit das kontaktlose Zahlen mit dem iPhone und der Apple Watch. Wir haben den Bezahldienst in unserem Lieblingscafé ausprobiert und geschaut, ob es Unterschiede zu Google Pay gibt.

Apple Pay funktioniert seit dem 11. Dezember 2018 nach mehrjähriger Wartezeit auch in Deutschland. Damit können iPhone-Besitzer hierzulande nicht nur in Apps auf diesem Weg bezahlen, sondern auch in Geschäften, solange diese über ein entsprechendes Bezahlterminal verfügen. Der überwiegende Teil der Kartenterminals in Deutschland unterstützt mittlerweile drahtlose Kartenzahlungen und damit auch Google Pay sowie Apple Pay.

Wir haben uns ein iPhone Xs Max geschnappt und Apple Pay bei einem Café um die Ecke ausprobiert - dem gleichen, in dem wir bereits Google Pay sowie die Sparkassen-Bezahl-App getestet haben. Der Ablauf der Zahlung ist bei Apple Pay auf dem iPhone etwas anders als bei Google Pay, insgesamt gibt es aber kaum nennenswerte Unterschiede.

Zum Start von Apple Pay in Deutschland unterstützen elf Finanzdienstleister den Dienst, neben Banken wie der Deutschen Bank, der Comdirect Bank und der Hypo-Vereinsbank auch das Berliner Fintech-Startup N26. Praktischerweise haben wir dort ein Konto, das wir mit Apple Pay verknüpfen können.

Anstatt wie Google mit Google Pay eine eigene App zu verwenden, bindet Apple seinen Bezahldienst in die Wallet-App ein. Dort können wir direkt eine Kreditkarte für Apple Pay hinzufügen; im Einstellungsmenü von iOS lautet der Eintrag nun entsprechend auch "Wallet & Apple Pay". Die Einrichtung ist ähnlich einfach wie bei Google Pay.

Nachdem wir den Einrichtungsprozess gestartet haben, müssen wir unsere Kredit- oder Debitkarte vor die Hauptkamera des iPhones halten. Den Namen und die Nummer der Karte erkennt Wallet automatisch, wir müssen lediglich noch die dreistellige Sicherheitsnummer auf der Rückseite eingeben. Wie Google Pay lässt sich Apple Pay nur mit Kreditkarten verwenden, Girokarten sind ausgeschlossen.

Anschließend ist die drahtlose Bezahlung mit Apple Pay einsatzbereit. Der Ablauf der Zahlung ist im Kern identisch zu der mit Google Pay - wir halten unser iPhone an das Bezahlterminal, anschließend wird die Transaktion durchgeführt und wir bekommen eine kleine Übersicht. Apple Pay unterscheidet sich allerdings im Start des Bezahlvorgangs.

Zahlungsvorgang muss bei Apple Pay gestartet werden

Anders als bei Google Pay reicht es nicht, das Smartphone mit aktiviertem Sperrbildschirm an das Bezahlterminal zu halten. Stattdessen müssen wir den Ein-Schalter zweimal drücken und uns anschließend per Face ID ausweisen. Wer kein iPhone mit Gesichtsentsperrung hat, kann alternativ auch den Fingerabdrucksensor verwenden. Dabei genügt es, den Finger auf den Sensor zu legen. Wer aus Sicherheitsgründen auf biometrische Entsperrungen generell verzichtet, kann auch einen Code eingeben.

Erst dann ist Apple Pay einsatzbereit - im Ernstfall ist das System also etwas sicherer vor Missbrauch als Google Pay. Dort wird wie bei drahtlosen Kreditkarten erst ab einem Betrag von 25 Euro eine Legitimation verlangt. Wer bei einem Verlust des Smartphones Google Pay oder die verknüpfte Karte nicht schnell genug sperrt, könnte Probleme mit missbräuchlich durchgeführten Einkäufen im Wert von maximal 25 Euro bekommen. Das ist bei Apple Pay nicht möglich.

Die digitale Übersicht unserer Transaktion ist weitaus weniger ausführlich als bei Google Pay, wo sogar noch der Standort der Zahlung auf einer Karte angezeigt wird. Für einen Überblick, was wir bezahlt haben, reicht das aber aus. In der Wallet-App werden uns die letzten Transaktionen ebenfalls angezeigt. In der Google-Pay-App sind aber auch diese Einträge besser gemacht.

Von der Sicherheit her ähneln sich Apple Pay und Google Pay: Auf dem iPhone werden ebenfalls nie die echten Kreditkartendaten gespeichert. Stattdessen wird ein Token erstellt, der als virtuelle Kreditkarte in Wallet gespeichert wird. Diese Karte hat eine eigene Nummer und unterscheidet sich daher von der echten Karte; die Verknüpfung ist verschlüsselt bei der jeweiligen Bank hinterlegt.

Verliert ein Nutzer sein iPhone, muss die Bank nur den Token löschen - anschließend funktioniert Apple Pay nicht mehr auf dem Gerät. Das gleiche Prinzip verwendet auch Google mit seinem Bezahldienst, auch hier befindet sich nur eine virtuelle Kopie der Karte auf dem Smartphone. Der Vorteil ist, dass nur der Token gelöscht werden muss, eine Sperrung der eigentlichen Karte ist nicht notwendig.

Im Alltag braucht Apple Pay aufgrund der notwendigen Entsperrung und dem Doppelklick ein wenig länger als Google Pay bei der Vorbereitung der Zahlung - zumindest im Bereich von unter 25 Euro. Bei höheren Beträgen müssen wir auch bei Google Pay einen Code, ein Passwort, einen Fingerabdruck oder unser Antlitz eingeben, um die Transaktion vornehmen zu können. In der Praxis halten wir diese minimale Verzögerung bei Apple Pay allerdings für absolut vertretbar, besonders im Hinblick auf die dadurch gegebene Sicherheit.

Fazit

Apple Pay funktioniert in unserem Test am Erscheinungstag in Deutschland völlig problemlos. Die Einrichtung ist intuitiv und schnell erledigt, die Benutzung unkompliziert. Der Großteil der in Deutschland verwendeten Bezahlterminals ist mittlerweile für drahtlose Zahlungen geeignet, entsprechend lässt sich Apple Pay wie auch Google Pay großflächig einsetzen.

Wie bei Google Pay lassen sich bei Apple Pay nur Kredit- und Debitkarten einbinden, Girokarten können nicht verwendet werden. Google Pay lässt sich allerdings auch mit Paypal verwenden, das mit einer Girokarte verknüpft sein kann. Das ist aktuell mit Apple Pay nicht möglich.

Die Übersicht der mit Apple Pay durchgeführten Einkäufe finden wir nicht so gut gelungen wie bei Google Pay, im Zweifel lassen sich die Transaktionen aber detailliert beim jeweiligen Finanzinstitut einsehen.

Apple Pay kann mit iPhones ab dem iPhone 6 sowie mit den Apple Watches verwendet werden.  (tk)


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