Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wifi4eu-mehr-als-200-kommunen-erhalten-kostenloses-eu-wlan-1812-138163.html    Veröffentlicht: 10.12.2018 15:30    Kurz-URL: https://glm.io/138163

Wifi4EU

Mehr als 200 Kommunen erhalten kostenloses EU-WLAN

Von Abtsgmünd bis Zinnowitz: Zahlreiche deutsche Städte und Gemeinden erhalten einen EU-Zuschuss für kostenloses WLAN. Europaweit kamen fast 3.000 Kommunen zum Zug.

Die EU-Kommission hat europaweit 2.800 Kommunen für die Förderung kostenloser WLAN-Zugänge ausgewählt. In Deutschland profitierten 224 Städte und Gemeinden von einem Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro. In der Liste (PDF) befinden sich zum Teil kleine Gemeinden wie Todesfelde in Schleswig-Holstein, aber auch größere Städte wie das hessische Gießen oder Frankfurt (Oder).

Ursprünglich war geplant, dass von der ersten Förderrunde lediglich 1.000 Kommunen profitieren sollten. Doch nun standen in der ersten Tranche 42 Millionen Euro zur Verfügung. Pro Land sollten mindestens 15 und maximal 224 Kommunen gefördert werden. Insgesamt will die EU 8.000 WLAN-Hotspots finanzieren, wofür 120 Millionen Euro bereitstehen.

416 Kommunen können noch hoffen

Die Auswahl der geförderten Kommunen erfolgte in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbung. Diese konnte seit 15. Mai 2018 eingereicht werden. Die Registrierung für das Förderprojekt war am 20. März 2018 gestartet worden.

Der EU-Kommission zufolge haben sich seit Mai mehr als 13.000 Kommunen für eine Förderung beworben. Damit könnte mehr als jede zweite Bewerbung am Ende erfolgreich sein. Da jedes Land maximal acht Prozent der Gutscheine erhalten soll, könnten in Deutschland höchstens 640 Gemeinden bezuschusst werden. Damit könnten 416 Kommunen noch auf eine Förderung in den folgenden Runden hoffen.

Mindestens 30 MBit/s erforderlich

Der Kommission zufolge sollen die WLAN-Zugänge "kostenlos und werbefrei sein und keine personenbezogenen Daten abgreifen". Die Mittel würden jedoch nur bereitgestellt, "wenn in demselben öffentlichen Raum noch keine unentgeltlichen privaten oder öffentlichen Angebote ähnlicher Qualität bestehen". Die Datenübertragungsrate müsse mindestens bei 30 Megabit pro Sekunde liegen.

Kritik hatte es daran gegeben, dass die EU eine Registrierungspflicht für alle Nutzer plant. Ein europaweites Authentifizierungssystem sei notwendig, um aus Sicherheits- und Haftungsgründen ein "Minimum an Kontrolle" ausüben zu können, hatte eine Sprecherin der EU-Kommission im Oktober 2017 gesagt.  (fg)


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