Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wlan-im-ice-bahn-sieht-generell-im-zug-keine-ueberlastsituationen-1812-138117.html    Veröffentlicht: 06.12.2018 17:28    Kurz-URL: https://glm.io/138117

WLAN im ICE

Bahn sieht generell im Zug "keine Überlastsituationen"

Nach zwei Wi-Fi-Enttäuschungen wollte Golem.de von der Deutschen Bahn wissen, was mit dem Multi-Provider-System gerade los ist. Wie wir erfuhren, läuft es freitags weniger gut.

Nach schlechten Erfahrungen mit dem WLAN der Deutschen Bahn auf zwei Fahrten quer durch Deutschland im November 2018 hat Golem.de wissen wollen, ob es Messungen zur Auslastung der Wi-Fi-Versorgung in den Zügen gibt. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte uns dazu: "Generell haben wir im Zug keine Überlastsituationen. Natürlich ist der Service zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich. So teilen sich etwa am Freitagnachmittag mehr Fahrgäste die gleiche Bandbreite in die Mobilfunknetze als beispielsweise an einem Dienstag." Konkrete Angaben zur Auslastung wurden nicht gemacht.

Die Mobilfunknetzbetreiber verantworten die Versorgung an den Eisenbahnstrecken. Für die Hauptverkehrsstrecken, über die ICE- und die wichtigsten IC-Linien laufen, ist eine nominelle Versorgung von 50 MBit/s bis Ende 2019 vorgesehen, "allerdings gibt es noch eine Vielzahl an Versorgungslücken", sagte der Sprecher.

Die Bahn greife auf dieselben Mobilfunknetze zu wie alle anderen Kunden, betonte der Bahn-Sprecher. Wie es um die Mobilfunkqualität entlang der Eisenbahnstrecken bestellt ist, zeigt der neue Connect-Test. Schlichtweg traurig seien die Ergebnisse der Tests in der Bahn. Hier sei im Vergleich zu den Vorjahren kein Fortschritt zu erkennen. "Dürftige Leistungen sowohl beim Telefonieren als auch in der Datenkommunikation adressieren alle drei deutschen Netzbetreiber mit der klaren Aufgabe, hier endlich für Verbesserungen zu sorgen", hieß es im Testbericht.

Wi-Fi: Icomera schafft neues System

"Die Ergebnisse entsprechen noch nicht unserem Anspruch. Deshalb schauen wir sehr gespannt auf die kommende Frequenzvergabe in der Hoffnung, dass Eisenbahnstrecken denselben Stellenwert bekommen wie Autobahnen und Städte", sagte der Bahn-Sprecher.

Das Multi-Provider-System des schwedischen Ausrüsters Icomera nutzt die drei Mobilfunknetze in Deutschland und bündelt damit die zur Verfügung stehenden Kapazitäten. In das Projekt werden über drei Jahre 120 Millionen Euro investiert. Ein WLAN wird für jeden einzelnen Wagen aufgebaut, das IP-Netz im Zug soll durchweg funktionieren.

Pro Zug ist ein Server verbaut, der als Zentralrouter für die Verbindung zu den Mobilfunknetzen sorgt: Dazu ist er mit bis zu sechs SIM-Karten bestückt und mit mehreren Außenantennen auf den Wagen verbunden.  (asa)


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