Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/telekom-chef-5g-ueberall-ist-wie-privatjets-fuer-alle-1812-138089.html    Veröffentlicht: 05.12.2018 15:56    Kurz-URL: https://glm.io/138089

Telekom-Chef

5G überall ist wie "Privatjets für alle"

Die Forderung nach einer 5G-Versorgung in jedem Winkel ist aus Sicht von Telekom-Chef Höttges völlig überzogen. Keiner frage, wie dies ermöglicht werden solle, aber es werde gefordert. Dies sei genauso sinnvoll, wie Privatjets für alle zu verlangen, sagte er in Nürnberg.

Der Chef der Deutschen Telekom, Tim Höttges, hat auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung im Beisein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Anforderungen an das 5G-Netz kritisiert. Höttges sagte: "Ich bin für Privatjets für alle. Wenn man die Forderungen nach 5G hört - man fordert als Politiker eine 5G-Versorgung in jedem Winkel bis zur Milchkanne und überall. Und sagt, die Privatwirtschaft soll das bezahlen. Und das sind Privatjets, die jeder bekommen kann, aber bei denen keiner die Frage stellt, wie es geht."

Hintergrund für diese ironische Bemerkung war wohl ein Aussage von Scheuer am 29. November 2018 auf der Jahrestagung des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko) in Berlin, 5G müsse "so schnell wie möglich Flächendeckung erreichen" und es müsse so schnell wie möglich ausgerollt werden. Die nächste Frequenzversteigerung erfolge im Jahr 2023. Die Anwesenden sollten "schon mal Geld bereithalten".

Scheuer betonte bei der Gelegenheit auch: "Die Frequenzauktion ist nicht der Abschluss des 5G-Ausbaus. Um wirkliche Abdeckung zu erreichen, müssen weitere Schritte folgen." Dennoch bleibe das Schließen von Funklöchern die Hauptaufgabe.

Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, sagte ebenfalls auf der Breko-Jahrestagung "Was jetzt versteigert wird, hat sehr kurze Reichweiten." Weitere Vergaben würden folgen.

Die Diskussion über Flächendeckung war nach den Worten von Homann "physikalisch fehlgeleitet. Die Reichweite liegt bei ein paar Hundert Metern, vielleicht bei einem Kilometer". Flächendeckung würde hier sehr viele neue Funkstationen im hohen Hunderttausender Bereich erfordern, und das für jeden Netzbetreiber.  (asa)


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