Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bose-frames-sonnenbrille-mit-augmented-reality-auf-audiobasis-1812-138084.html    Veröffentlicht: 05.12.2018 12:35    Kurz-URL: https://glm.io/138084

Bose Frames

Sonnenbrille mit Augmented Reality auf Audiobasis

Bose hat mit Frames eine Mischung aus Augmented-Reality-Brille und Sonnenbrille vorgestellt. Die Augmented-Reality-Funktionen verzichten dabei auf Bilder auf den Brillengläsern und setzen ausschließlich auf Audioinformationen. Zum Musikhören wird die Bose-Brille eher nicht so gut geeignet sein.

Mit Frames will Bose eine neue Gerätegattung im Bereich tragbarer Geräte etablieren: eine audiobasierte Augmented-Reality-Brille mit eingebauter Sonnenbrille. Nutzer können die Sonnenbrille tragen und ohne den Einsatz weiterer Geräte etwa Informationen von digitalen Assistenten anhören. Die Augmented-Reality-Funktionen der Brille zeigen keine Informationen an, sie können nur gehört werden.

Damit die Frames-Brille bequem auf- und abgesetzt werden kann, wurden kleine Lautsprecher in die Brillenbügel eingebaut. Der Nutzer muss sich also keine Stöpsel ins Ohr stecken oder Kopfhörer aufsetzen. Die Ohren bleiben frei. Allerdings bedeutet das nach derzeitigem Kenntnisstand auch, dass das nähere Umfeld die Audioausgaben der Brille verstehen kann. Außerdem gelangen dadurch natürlich alle sonstigen Umgegungsgeräusche ins Ohr, so dass es in lauten Umgebungen schwer sein könnte, alle Audioausgaben der Brille verstehen zu können.

Das gleiche Problem tritt auch bei den Wangenknochen-Ohrhörern Trekz Air von Aftershokz auf. Auch hier bleiben die Ohren frei. Wer die Ohrhörer etwa daheim verwendet, hat den Vorteil, dass er beim Telefonieren oder Musikhören das Umfeld weiterhin problemlos wahrnimmt. Im Idealfall sollte die Umgebung also eher ruhig sein, um alles aus dem Ohrhörer gut verstehen zu können. Bezüglich der Bose-Brille fragen wir uns, wer Bedarf daran hat, eine Sonnenbrille in den eigenen vier Wänden zu nutzen. Von daher sind wir gespannt, wie gut Audioausgaben im Außenbereich mit der Brille tatsächlich zu verstehen sein werden.

Prinzipiell kann mit der Brille auch Musik gehört werden, aber dafür ist die Brille wohl eher nicht gedacht, auch wenn Bose sie selbst Audiosonnenbrille nennt. Etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln wird Musik nur schwer zu verstehen sein - und wenn, dann muss die Musik wohl sehr laut gestellt werden, so dass andere Fahrgäste davon gestört werden könnten.

Für die Steuerung hat die Brille zwei Knöpfe, um etwa Telefonate annehmen zu können oder die Musikwiedergabe anzuhalten. An der Brille gibt es keine Möglichkeit der Lautstärkeregulierung, obwohl an einem Brillengestell mehr als genug Platz für passende Regler ist. Wer die Brille nutzt, muss also jedes Mal zum Smartphone greifen, wenn er die Lautstärke justieren will. Das ist unbequem und ein großer Komfortnachteil, wie sich etwa bei Bluetooth-Ohrstöpseln zeigt, wenn diese keine Lautstärkeregelung am Gerät liefern, wie etwa bei Apples Airpods.

In der Brille befindet sich ein GPS-Empfänger, um die aktuelle Position des Trägers zu ermitteln. Zudem gibt es einen Kopfbewegungssensor mit neun Achsen. Dieser soll genau erkennen, in welche Richtung der Nutzer schaut. Dann wäre es etwa möglich, dass die Brille Informationen zu Sehenswürdigkeiten anzeigt, die der Träger gerade anschaut. Das dauert aber noch, denn erst im nächsten Jahr will Bose passende AR-Apps speziell für die Brille anbieten.

Die nicht wasserdichte Brille hat eine sehr geringe Akkulaufzeit, nach spätestens 3,5 Stunden kann keine Musik mehr gehört werden. Bluetooth-Ohrstöpsel mit ungewöhnlich kurzer Akkulaufzeit schaffen auch nur drei Stunden, aber diese werden mit einem Ladeetui geliefert, um sie zwischendurch aufladen zu können. Etwas Vergleichbares ist bei der Frames-Brille nicht dabei. Das Aufladen des eingebauten Akkus soll etwas weniger als zwei Stunden dauern.

Die Sonnenbrille soll bis zu 99 Prozent der UVA-/UVB-Strahlen abhalten und hat gleichmäßig getönte Gläser, die kratz- und bruchfest sein sollen. Mit einem Gewicht von 45 Gramm soll sie nicht zu sehr drücken. Die Brille kann immer nur eine Bluetooth-Verbindung nutzen, die parallele Nutzung von zwei Geräten wird nicht unterstützt.

Bose bietet die Audiosonnenbrille Frames vorerst nur in den USA an. Dort kann sie für 200 US-Dollar vorbestellt werden. Sie ist wahlweise mit runden oder eckigen Gläsern zu haben. Anfang Januar 2019 soll die Audiosonnenbrille ausgeliefert werden. Irgendwann im Frühjahr 2019 will Bose Frames in anderen Ländern auf den Markt bringen.  (ip)


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