Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/eu-kommission-eu-regeln-gegen-geoblocking-beim-onlineshopping-in-kraft-1812-138029.html    Veröffentlicht: 03.12.2018 10:37    Kurz-URL: https://glm.io/138029

EU-Kommission

EU-Regeln gegen Geoblocking beim Onlineshopping in Kraft

Kunden mit Kreditkarten aus anderen EU-Ländern dürfen nicht mehr auf teurere Angebote umgeleitet werden. Zugestellt werden müssen die Waren nicht, aber Selbstabholung angeboten werden.

Am 3. Dezember 2018 tritt die neue Regelung gegen Geoblocking beim Onlineshopping in der Europäischen Union in Kraft. Durch Geoblocking schließen Händler beispielsweise ausländische Käufer von Angeboten aus oder leiten automatisch auf Webseiten mit höheren Preisen um.

"Im Jahr 2015 konnten Käufer aus einem anderen EU-Land auf 63 Prozent der Websites nicht einkaufen. Dies führte dazu, dass fast zwei Drittel der Verbraucher, die im Ausland online einkaufen wollten, daran gehindert wurden. Am 3. Dezember beenden wir diese Praxis. Wir wollen ein Europa ohne Barrieren, und dazu gehört auch die Beseitigung von Barrieren beim Online-Einkauf" sagte Vizepräsident Andrus Ansip, zuständig für den digitalen Binnenmarkt.

Die EU-Mitgliedstaaten und das Europaparlament hatten sich vor einigen Monaten nach jahrelangen Verhandlungen auf die Gesetzesänderung geeinigt. Die Kommission wird ab dem Jahr 2020 überprüfen, ob die Verordnung umgesetzt wurde. In Deutschland wird die Bundesnetzagentur für die Überwachung der Verordnung zuständig sein.

Der Verordnung zufolge dürfen Käufer zum Beispiel nicht mehr gezwungen werden, mit einer Kredit- oder Debitkarte zu zahlen, die im Land des Verkäufers ausgestellt wurde. Zudem dürfen Verbraucher nicht mehr ohne deren Zustimmung automatisch auf eine landesspezifische Website umgeleitet werden. Eine automatische Weiterleitung aufgrund einer ausländischen IP-Adresse darf es damit nicht mehr geben.

Händler dürfen den Verkauf von Produkten an ausländische Kunden nicht verweigern, wenn die Waren nicht zugestellt werden müssen. Das heißt: Wenn ein belgischer Kunde bei einem Aachener Onlinehändler, der keinen grenzüberschreitenden Versand anbietet, ein günstiges Produkt findet, muss der Händler dem Kunden eine Selbstabholung ermöglichen.

Als nächster Schritt sei geplant, die Preise für grenzüberschreitenden Paketversand zu reduzieren, sagte EU-Handelskommissarin Elzbieta Bienkowska im November 2017. Diese Preise hielten die Menschen weiterhin davon ab, Produkte innerhalb der EU zu bestellen und zu verkaufen. So kostet beispielsweise ein Paket aus Italien nach Deutschland zwischen 30 und 45 Euro Porto. Der Auslandsversand ist nach Angaben der EU-Kommission um bis zu fünfmal teurer als der Inlandstarif.  (asa)


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